RATGEBER


Pro Büsi



30.10.96
Hallo Dr. Cato,
wir machen uns Sorgen, um unseren Kater "Karlchen".
Er ist, nach unserem ersten Kater "Joey" , einem weiteren Kater und zwei "Maedchen", zu uns gekommen.
Alle Katzen sind reine Wohnungskatzen und verstehen sich, da die Rangordnung klar ist, eigentlich gut, nur "Karlchen" und "Joey", der der "Boss" in der Katzenfamilie ist, haben Probleme miteinander, da "Joey" ohne ersichtlichen Grund "Karlchen" angreift und attackiert.
Inzwischen ist es schon so weit gekommen, daœ "Karlchen" immer nervoes ist, wenn er durch die Wohnung laeuft und sich sein Revier fast nur noch auf Regale, Schraenke, Fensterbaenke und Anrichten beschraenkt. Nur wenn "Joey" schlaeft, kann er sich sicher bewegen. Auch das Katzenklo ist ihm nicht sicher genug, wir mussten schon den Deckel abnehmen, damit er freie Sicht hat, um den angreifenden "Joey" sehen zu koennen. Auch hat er schon in Kleiderhaufen und sogar auf den Futterteller! etc. gepinkelt.
"Joey" ist mit 6 Wochen zu uns gekommen und war die erste Zeit (ca. 3 Monate) alleine mit uns, alle anderen Katzen hat er ohne Probleme "adoptiert", auch mit den Katzen, maennlich wie weiblich, die wir waehrend der Urlaubszeit zur Pflege hatten, hat er sich prima verstanden.
Die beiden sind etwa gleich alt. "Joey" ist eine Hauskatze, "Karlchen" ein Kartaeuser.
Wir haben schon mit allen moeglichen Tricks versucht, die beiden zusammen zu bringen, aber nichts klappt, da "Karlchen" zu eingeschuechtert ist und sich "Joey" dadurch auch noch proviziert fuehlt und erst recht angreift.
Wir hoffen, dass Du noch eine Idee hast, wie wir die beiden zusammenbringen koennen. Es waere schoen, wenn Du uns helfen koenntest.

Vielen Dank im Voraus!
Bis dann sagen:
Ruth + Michael


Liebe Ruth, lieber Michael,
da habt Ihr aber eine grosse Katzenfamilie. Kein Wunder, dass es da manchmal zu Reibereien kommen kann.
Aber erst man versuche ich, die Katzen in eine Reihenfolge zu tun:
Da scheint mal der Joey zu sein, der Chef, der zuerst kam und noch eine weiterer Kater und zwei Weibchen unter seiner Obhut hat.
Ist es richtig, dass nun noch "Karlchen", der Karthaeuser, zur Katzenfamilie gestossen ist ? Dann habt Ihr jetzt 5 Katzen!
Was sich hier jetzt abspielt, ist voellig natuerlich -Joey fuehlt sich in der Position als Chef durch Karlchen bedroht. Da koennen Sie gar nicht viel dagegen machen.
Die Katze ist von Natur aus eher ein Einzelgaenger, und wenn sie schon 4 Katzen ohne Freilauf aneinander gewoehnen konnten, dann ist das eine tolle Leistung. Ob es aber noch mit einer fuenften katze klappen wird, die zudem auch noch ein Kater ist, bleibt fraglich.
Draussen wuerden sich die beiden Rivalen einfach ausweichen, aber in der Wohnung ist das problematisch. Sicher fuehlt sich Karlchen gar nicht wohl in seiner Haut und wuerde sich am liebsten ein anderes Revier suchen.
Vielleicht erreichen Sie mit viel Geduld, dass die Kaempfe zwischen den beiden Katzen abflauen, indem Sie Joey moegliche Gruende zur Eifersucht nehmen: Zuerst fressen duerfen, auch gestreichelt werden, etc.
Falls sich aber Karlchen zu sehr bedroht fuehlt, muessen Sie fuer ihn eine Loesung ohne Joey suchen. Vielleicht koennen Sie ihn ja mal probehalber eine Woche auswaerts geben und beobachten, wie er sich da verhaelt.
Eine katzengerechte Wohnung weist moeglichst viele Ebenen auf. Gestelle, Tische, Betten. Koennen die Katzen nach Bedarf selbst dann nicht mehr ausweichen, so sollte man mehr Raum oder weniger Katzen haben.
Versteht mich jetzt nicht falsch - ich bin ein grosser Katzenliebhaber,und frueher hatten wir selbst bis zu sieben Katzen. Aber die hatten stets Freilauf .Und selbst dann ist es ab und zu vorgekommen, dass sich eine neue Katze zu unserem grossen Leidwesen einfach nicht in die bestehende Katzenfamilie integrierte. Dann mussten wir die Katze umplazieren - es ist aber auch schon vorgekommen, dass ein Kater selbst auszug (entlief), als er ploetzlich mit einem juengeren Buesi konfrontiert wurde.

mit freundlichen Gruessen
Ihr DR.CATO

24.10.96
Lieber Dr. Cato,
unsere ca. 1,5jaehrige, fast ausschliesslich im Haus lebende Tigerkatze wuergt seit einigen Wochen mehrmals am Tag vor sich hin, erbricht aber nicht. Ausserdem kann sie seither nicht mehr richtig maunzen, es kommt nur ein klaegliches Kraechzen heraus.
Kurz vor dem erstmaligen Auftreten der Symptome habe ich sie beim Aufnehmen einer groesseren Portion Haare beobachtet. Koennte das die Ursache sein? Und falls ja: Wie koennen wir ihr helfen, sie wieder loszuwerden??
Die Tieraerztin gab Ihr eine Bandwurmspritze gegen das Wuergen, bislang half es leider nicht. Vielleicht faellt Ihnen ja noch etwas dazu ein.

Vielen Dank und Gruss aus Giessen
Rhea Grimm


Liebe Rhea,
besten Dank fuer die Anfrage.
Sehr wahrscheinlich leidet Ihre Katze an einer Halsentzuendung. Diese Diagnose habe ich in der Praxis oft stellen muessen.
Falls Ihre Katze Weichfutter frisst, koennen Sie ihr waehrend einer Woche Chloromycetin-Tropfen oder Ampitab verabreichen. Je nach Land sind verschiedene Antibiotka im Handel. Diese erhalten Sie von Ihrem Tierarzt.
Wenn der Tiger nur Trockenfutter frisst, gibt es noch andere Verabreichungsformen - Ihr Tierarzt wird Sie sicher beraten. Keinenfalls duerfen Sie die Katze zur Einnahme des Medikaments zwingen, z.B. durch direktes Einfloessen.
Auch sollten Sie darauf achten, dass das Buesi kein Katzengras(!!!)frisst, solange es nicht wieder ganz gesund ist.
Ein Fremdkoerper im Hals ist nicht ganz auszuschliessen, aber sehr unwahrscheinlich. Bei einem Fremdkoerper wuerde die Katze nichts mehr fressen und brechen.
Auch verschluckte Haare koennen die Katze plagen, aber dann haette sie nicht ueber so lange Zeit den Husten und wuerde auch mal die Haare erbrechen.

Ich hoffe, dass es Ihrem Stubentiger schnell wieder besser geht
mit freundlichen Gruessen
Ihr Dr.CATO

Fri, 25 Oct 1996 Lieber Dr. Cato,
ganz herzlichen Dank fuer die fixe Antwort!!!
Gruss an alle Katzen
Rhea Grimm 16.10.96 Lieber Cato,
seit einer woche niest unsere katze haeufig. dann kommen spruehfontaenen aus ihrer nase. Ansonsten schlaeft sie viel. beim Tierartz wurde sie schon untersucht und hat eine spritze bekommen. Aber es ist keine verbesserung zu sehen .Es befinden sich auch keine neuen teppiche,etc in der wohnung.
haben sie rat?

A.


Liebe Anja,
Deine Angaben zur niesenden Katze sind leider zu knapp.
Wie alt ist sie ? Lebt sie in der Wohnung ? Liegt sie haeufig am Durchzug?
Sehr oft handelt es sich beim Niesen um eine Allergie. Es muss nicht der Teppich sein - vielleicht ist es das Katzengras, ein neues Parfum, etc ?
Auch der Beginn eines Katzenschnupfens kommt in Frage. Allerdings spricht dagegen, dass die Katze nach der vom Tierarzt verabreichten Spritze keine Besserung gezeigt hat.
Vielleicht musst Du mit Deiner Katze nochmal hingehen, wenn das Niesen nicht aufhoert.

Mit freundlichen Gruessen
Dein Dr.CATO

10.10.96 Sehr geehrter Herr Dr. CATO,
Im August 95 wurde unsere Katze angefahren. Durch eine Verletzung am Ruecken ist der Schwanz im unteren Teil gelaehmt. Sie kann ausserdem das Leeren von Darm und Blase scheinbar nicht mehr richtig kontrollieren. Sie verliert kleine, extrem harte und trockene Kotbrocken und entleert ihre Blase, wenn sie sehr fest schlaeft, ohne etwas davon zu merken. Wenn sie schon mal ueber Nacht im Haus ist, benutzt sie aber das Katzenklo. Etwas Gefuehl muss sie wohl doch haben.
Nach einem halben Jahr nach dem Unfall wurden die geschilderten Symptome etwas besser, doch jetzt nimmt vor allem das unbeabsichtigte Urinieren wieder zu. Gibt es Hoffnung, dass dies nochmal besser wird? Ihren Schwanz, der anfangs voellig bewegungslos runterhing, kann sie jetzt immerhin schon wieder senkrecht hochheben - allerdings ohne das "Haekchen". Oder gibt es etwas, was wir fuer sie tun koenen. Gaben von Vitamin B beispielsweise? Koennten die trockenen Kotbocken auf eine Nierenschaedigung hinweisen?
Vielen Dank im voraus.

MfG B. Franz


Liebe Frau Franz,
mit etwas Verspaetung beantworte ich Ihre Frage.
Ihre Katze wurde im August vor einem Jahr angefahren. Das ist wohl eine lange Zeit, aber bei Verletzungen dieser Art sind Besserungen sogar zu einem sehr spaeten Zeitpunkt noch moeglich. In erster Linie braucht es viel Geduld.
Sehr wichtig ist, dass die Katze keinen harten Stuhlgang hat, denn der volle Darm kann auf die Blase druecken und sie so zum Entleeren reizen. Frisst die Katze Weichfutter, kann man ihr etwas Paraffinoel fuer den internen Gebrauch unter das Fressen mischen oder ihr "Metigel" aus der Tube verabreichen.
Und taeglich eine Viertel Tablette Dexametason TH vom Tierarzt verschrieben. Auch die Verabreichung von Vitamin B Komplex koennte nuetzlich sein, allerdings kommt es darauf an, wie die Katze die Vitamine aufnimmt.
Ja, das ist alles, was Sie fuer Ihre Katze tun koennen. Ich hoffe, Ihre Geduld lohnt sich

Ihr Dr.CATO

17.10.96
Lieber Dr. Cato,
meine Freundin und ich haben vor ca. einem Jahr einen Perserkater (7 Jahre) uebernommen. Nachdem er am Anfang einige Zeit dauerte bis er sich einlebte, scheint es ihm jetzt sehr gut zu gehen. Leider wirkt sich das auch auf seinen Appetit aus: er scheint stdndig Hunger zu haben, besonders auf Rindfleisch. Leider hat er auch schon betraechtlich zugenommen und wiegt jetzt schon knapp sechs Kilo.
Nun haben wir Angst, dass es langfristig seiner Gesundheit schaden kann. Sollen wir ihm weniger zu fressen geben, Diaetfutter geben oder nur Futter, das er nicht so gerne mag? Wir haben auch schon versucht ihn ein wenig zu aktivieren, aber der einzige der sich z.B. beim Ballspiel bewegt ist meine Freundin...
Ich wuerde mich freuen von Ihnen zu hoeren,

ihr Stephan Lang



Lieber Stephan,
wie es scheint, sind Du und Deine Freundin Besitzer einer etwas "verfressenen" Katze .
Das Uebergewicht ist bei den Katzen ein sehr weitverbreitetes Problem. In den seltensten Faellen ist es auf eine Druesenstoerung zurueckzufuehren. Meistens fressen sie ganz einfach zu viel. Und da sie das Futter immer hingestellt bekommen, brauchen sie auch keine Kalorien fuer den Nahrungserwerb. Eine aeltere Katze schlaeft auch immer haeufiger, und so kommt sie bald in den dickmachenden Kreislauf von schlafen, fressen, schlafen...
Das Durchschnittsgewicht einer ausgewachsenen Katze liegt zwischen 3,5-5kg !
Eine 5 kg schwere Katze benoetigt im Tag 1500 kJoule. Das entspricht in etwa 200g Dosennahrung plus eine Portion Trockenfutter.
Nun ist der Perser mit seinen knapp sechs Kilos deutlich ueber dem Idealgewicht. Ein Mensch wuerde wohl eine Weile lang die FDH-Kur machen (FDH=friss die Haelfte). Ein kleiner Fettbauch ist zwar nicht sehr schoen anzusehen, aber voellig normal. Auch ganz schlanke Katzen lagern ihr Fett in den Bauchfalten ab.
Fuer eine ausgewachsene katze ist es ausreichend, wenn man sie zweimal taeglich fuettert. Das stehengelassene Futter (es sollte nie direkt aus dem Kuehlschrank kommen; am besten Zimmertemperatur) wirft man weg und reduziert die Futtermenge bei der naechsten Fuetterung um diesen Teil. Zwischendurch sollte man der Katze nichts geben; die kleinen Zwischenmahlzeiten und Knabbereien sind ja auch fuer uns Menschen "Schlankheitskiller".
Zum Trinken stets frisches Trinkwasser bereitstellen, bei Trockenfutter ist der Fluessigkeitsbedarf ausserordentlich hoch.
Wenn sie der Katze Frischfleisch verabreichen, sollten sie dieses besser kochen, damit keine Parasiten und bakteriellen Krankheitserreger uebertragen werden. Buechsenfutter ist steril und enthaelt alle wichtigen Bestandteile, die die Katze braucht. Bei reiner Frischfleischernaehrung muss man darauf aschten, dass die Katze alle Naehrstoffe in genuegender Menge erhaelt.
Dies sind: Eiweiss, Kohlenhydrate, Fett, Mineralstoffe, Vitamine und Spurenelemente.
Reduzierte, vitaminreiche Kost fuehrt zu einem langsamen Gewichtsverlust. Wenn ihre Katze das Gewicht halten kann und nicht noch mehr zunimmt, haben Sie die richtige Futtermenge gewaehlt.
Ich hoffe, dass Sie und Ihre Freundin nicht allzu viel abgenommen haben bei den Bestrebungen, die Perserkatze in Bewegung zu halten

Mit freundlichen Gruessen
Ihr Dr.Cato

10.10.96
Lieber Herr Dr. Cato
Unsere ca. zweijaehrige Katze hatte im April 4 Junge auf die Welt gebracht wobei zwei bei der Geburt gestorben sind. Die zwei uebriggebliebenen haben sich praechtig entwickelt und schon bald war meiner Faru und mir klar, dass wir die beiden Jungen bei uns behalten wollen. ( Wir verfuegen ¸ber ein relativ grosses Haus und ueber genuegenden Umschwung.)
Bis vor 14 Tagen ging alles gut. Seither und aus heiterem Himmel ist die Mutterkatze gegenueber ihren Jungen agresiv und inzwischen kommt sie nur noch zum Fressen ins Haus. Uebernachten tut sie in unserem angrenzenden Gartenhaus. Selbstverstaendlich hoffen wir, dass sich das von selbst wieder einpendeln wird, sonst kommen wir in die Klemme, weil wir im November das Gartenhaus schliessen muessen um die K¸belpflanzen zu ueberwintern.
Nun meine Frage: Gibt es eine Moeglichkeit unser Mutterkatze umzustimmen oder muessen wir, wie es in der Natur sicher vorgesehen ist die Jungen weggeben?
Zum Voraus herzlichen Dank f¸r Ihre Bemuehungen.
Pascal F


Lieber Herr Froideveaux,
Leider weiss ich nicht, ob Ihre Mutterkatze inzwischen kastriert ist. Ist sie dies nicht (oder zu spaet), so koennte sehr wohl der Grund ihres Fernbleibens darin bestehen, dass sie erneut traechtig geworden ist.
Sollte die Mutter noch nicht kastriert sein, so koennten Sie sie auch nicht gut mit den geschlechtsreif gewordenen Jungen zusammenleben lassen. Wenn die Jungen im April zur Welt kamen, so kommt jetzt bereits die Zeit, wo sie geschlechtsreif werden (6 Monate). Es kann durchaus sein, dass die Alte auch deswegen sich entfernt hat.
Wenn Sie die Jungen nicht weggeben und die Alte behalten wollen, muessen sie also mindestens die Alte kastrieren lassen.
Sollte dann von daher gesehen das Zusammenleben moeglich sein, so stuende dem an sich nichts entgegen. Viele Katzenhalter haben zwei oder mehr Katzen in ihrem Haushalt. Oft geht das sehr gut. Man muss aber dazu sagen, dass es keine Garantie gibt, dass es wirklich gut gehen wird. Es geschieht dann oft, dass sich die eine oder andere Katze entfernt. Oft ist es gerade die aeltere, weil sie es nie gewohnt war, ihr Revier zu teilen, waehrend die juengeren, wenn sie noch im Kindesalter dazukommen, eben nichts anderes wissen, als dass da noch eine andere Katze war.
Dabei haelt es natuerlich schwerer, eine schon etwas abseits stehende Katze wieder zurueckzugewinnen, als ihren Weggang von Anfang an zu verhindern. Die Taktik besteht aber so oder so vor allem darin, dass Sie die Katze mit dem aelteren Stammrecht klar bevorzugen, ihr z.B. zuerst das Futter reichen usw. Vor allem sollten sie, wenn schon die Gemeinsamkeit des Reviers der aelteren Katze Muehe macht, wenigstens das teilen, was sich teilen laesst. Also z. B. getrennte Futternaepfe hinstellen; ev. auch der aelteren Katze den Zutritt zu einem Raum ermoeglichen, in den die juengeren nicht reinkoennen usw.
in der Hoffnung, dass Sie das Gartenhaus doch noch schliessen koennen, verbleibe ich mit den besten Wuenschen

Ihr Dr.CATO

6.10.1996 Lieber Dr. Cato,
Wir haben eine 4 Jahre alte schwarze Hauskatze die Maika heisst. Die Katze lebt seit 2 Jahren bei uns und war eigentlich immer gesund! Seit etwa einer Woche ist sie nicht mehr die Alte. Sie kann nicht mehr laufen hat bis vor drei Tagen auch nichts gefressen und hat ihre Umwelt nicht mehr wahrgenommen. Wir waren sofort nach Feststellung der genannten Symtome in der Tierklinik. Der dort behandelte Tierarzt stellte eine Stoerung des zentralen Nervensystems fest. Er sagte auch, daþ er nicht weiss, ob die Katze wieder gesund wird. Wir haben Antibiotika und Kortison zur Behandlung mitbekommen und stellten nach den ersten 4 Behandlungstagen kleine Verhaltensaenderungen fest. Jetzt nimmt die Katze ihre Umwelt wieder wahr und frisst. Meine eigentliche Frage an Sie, Dr. Cato, ist wo eine solche Stoerung so ploetzlich herkommt und wie ich die Katze richtig weiter Pflegen kann?? Ich habe die letzten Tagen fast immer f¸r eine ganztaegige Betreuung gesorgt. Ausserdem moechte ich mehr ¸ber diese Krankheit und Behandlungserfolge wissen. Ueber Informationen Ihrerseits wuerde ich mich sehr freuen!
Fuer Ihre Bemuehungen bedanke ich mich im voraus!

Katja, Sven, Maika & Maja


Lieber Sven Im Falle deiner Katze Maika haelt es schwer, eine genaue Auskunft zu geben, weil ich ueber keine genaue Diagnose verfuege. Eine "Stoerung des zentralen Nervensystems" ist eine zu allgemeine Feststellung. Wichtig waere es, die Ursache zu kennen. Ich kann hier nur aufzaehlen, welche Ursachen in Frage kommen. Das sind (in der Reihenfolge der Haeufigkeit, mit der sie auftreten):

1. Virus Infektionen. Da ist zu denken an die Feline Leukaemie, oder an FIP.
2. Vergiftungen. Dazu kann es u.U. durch die Futteraufnahme kommen.
3. Mechanische Ursachen, wie z. B. Hirnerschuetterungen,
4. Hirntumor.

Da ich nicht weiss, ob die Katze Fieber hat, und da mir kein Befund von einer Virus-Untersuchung vorliegt, kann ich leider dazu nichts Genaueres sagen. Wenn Du mehr ueber Deine Katze wissen moechtest, muesstest Du von Deinem Tierarzt eine genaue Diagnose verlangen. Es tut mir leid, dass ich Dir nicht besser dienen kann.
Mit den besten Wuenschen
Dein Dr.Cato

5.10.96
Hallo Cato, ich habe am vergangenen Dienstag eine Junge Katze auf der Landstrasse aufgelesen- so kommt man zur Katze ;-) Das Tier f¸hlt sich augenscheinlich recht wohl, gl”nzendes Fell, klare Augen, schmusig bis rotzfrech... Aber die Exkremente sind waessrig bis breiig. Milch habe ich ihr nur am ersten Tag ein wenig gegeben, weil ich gar nichts im Haus hatte. Jetzt habe ich statt Tierfutter ein wenig gekochten Reis hingestellt, und warte ob sie dran geht. Allerdings dauert mir das alles ein bischen lang, um noch unbesorgt abwarten zu k–nnen.

cu-us


Hallo Udo, Deine Entscheidung, die Milch abzusetzen, war sicher richtig. Der Katze Reis vorzusetzen, war im Prinzip klug ueberlegt; nur: ob sie ihn auch frisst, da bin ich gespannt. Du kannst ihr aber Hackfleich druntermischen, oder eher (vom Mengenverhaeltnis her gedacht): den Reis unter das Fleisch mischen, dann wird das Ganze attraktiver. Was man einer jungen Katze, die Durchfall hat, nicht geben sollte, ist Trockenfutter (bei einer gesunden, ausgewachsenen Katze bestehen dagegen keine Einwaende). Hingegen kannst Du ihr normales Dosenfutter geben (Sheba, Whiskas und dergleichen). Das Futter sollte nicht direkt aus dem K¸hlschrank kommen.
Die Frage ist natuerlich, welches die Ursachen dieses Durchfalls sind, und da muss man bei einem jungen KAetzchen in erster Linie an Wuermer denken. Das koennen harmlose Spulwuermer sein, doch solltest Du mit einer gefundenen Katze auf alle Faelle zum Tierarzt, der wird das abklaeren. Wahrscheinlich wird er ein Wurmpraeparat verordnen. Der Check up beim Tierarzt ist sowieso vonnoeten, auch wenn die Katze einen munteren Eindruck macht. Bei einer jungen Katze muss man naemlich immer auch an die Impfungen denken. Den Gang zum Tierarzt solltest Du moeglichst schnell antreten. Ein junges KAetzchen hat, wenn es unter Durchfall leidet, wenig Reserven. Der Uebergang vom munteren zum kranken Allgemeinzustand kann rasch eintreten.
Sollte das Kaetzchen ein Flohhalsband tragen, so solltest Du dieses voruebergehend, bis der Durchfall verschwunden ist, wegnehmen.
In der Hoffnung, der Fund werde Dir Glueck bringen, verbleibe ich mit besten Gruessen

Cato

1.10.96 Sehr geehrter Doktor!
Wir haben seit 6 Jahren zwei Katzen, ein M”nnchen "Stanislaus" und ein Weibchen "Tiffany". Sie sind sehr brave Katzen die keine Moebel und Tapeten zerkratzen. Ausserdem lieben sie es stundenlang mit uns zu kuscheln und sich in unserer Naehe aufzuhalten.
Im Februar uebernahmen wir eine um 2 Jahre juengere weibliche Katze "Nicole" von meiner Schwaegerin. (sie hatte keine Zeit und eine sehr kleine Wohnung).
Stanislaus war sofort sehr verliebt in sie und tollt mit ihr quer durch die Wohnung. Tiffany allerdings hatte von anfang an Probleme mit ihr. (was aber auf gegenseitigkeit beruhte.) Da wir das merkten haben wir ihr versucht keine Katze zu bevorteilen.
Nach ca 3 Mon. begann Tiffany aber unsauber zu werden. Sie pinkelt uns ins Bett, in ein bestimmtes Koerberl (in dem auch sie gegentlich drinnen liegt) und auf die Schuhe. Und das nicht nur wenn wir nicht hin sehen sondern auch wenn wir in der Naehe sind.
Wir haben es schon mit Bachblueten versucht, leider kein Erfolg. Wir haben uns viel mit ihr beschaeftigt, kein Erfolg. Wir haben sie ignoriert, kein Erfolg.
Wir wissen langsam nicht mehr weiter. Weggeben wollen wir KEINE von den Dreien, da sie uns sehr ans Herz gewachsen sind.
Nur ist meine Frau schon am Ende ihrer Nerven. Sie muss momentan ca. jeden 3.Tag ein Bett neu ueberziehen.
Vielleicht haben sie einen Ratschlag der uns weiterhelfen koennte und unser Familienleben wieder in "normale"Bahnen lenkt. (Ðbrigens ich bin 30J und meine Frau ist 25.)
Voraus schon recht herzlichen Dank

Peter E


Lieber Peter,
das Problem mit unsauberen Hauskatzen scheint noch weiter verbreitet zu sein, als ich angenommen habe.
In diesem Fall kann man annehmen, die Gruende zu kennen, warum "Tiffany" unsauber geworden ist. Sie bekundet damit ihre Unzufriedenheit mit der momentanen Situation. Jezt, nach sehr Jahren vertrauter Zweisamkeit mit Stanislaus muss sie auf einmal das dritte Rad am Wagen spielen- das ist selbst fuer eine Katze keine leichte Sache. Und wenn sie schon nicht mehr genuegend Aufmerksamkeit seitens ihres Stanislaus erregen kann, so zieht sie nun wenigstens die Aufmerksamkeit ihrer Herrchen auf sich- und zwar mit Nachdruck.
Bei einem Menschen wuerde man jetzt wohl mit einer Therapie diese Stoerung zu beheben versuchen - aber bei einer Katze ist das nicht einfach. Sie laesst ja kaum mit sich reden.
Versuchen Sie eine Zeit lang, Tiffany zu bevorteilen, ihr noch mehr Zuwendung zu schenken als den anderen Katzen. Wenn Sie sie jedoch dabei erwischen, wie sie hineinpinkelt, schimpfen Sie laut mit ihr. Sie duerfen Ihr auch ruhig mit der Zeitung einen Klaps auf ihr Hintern geben, denn Tiffany soll merken, dass Sie das Hineinpinkeln gar nicht schaetzen und die Katze auch sonst sehr gern haben. Manchmal nuetzt es auch, wenn man die Katze nach frischer Tat eine halbe Stunde in ein Katzenkoerchen sperrt - fuer ein freiheitsliebendes Tier eine schlimme Strafe.
Ist die Stoerung hormoneller Natur, so koennte ein Tierarzt mit einer Hormonspritze vielleicht Abhilfe verschaffen. Ich wuerde zuerst auch alle Moeglichkeiten versuchen.
Es bleibt jedoch die Moeglichkeit bestehen, dass Tiffany partout keine Rivalin in ihrem Haus duldet. Dann stehen Sie vor der Wahl, eine der weiblichen Katzen wegzugeben. Aber das ist wirklich die letzte Variante.
Da sie aber auch herumpnikelt, wenn Sie hinsehen, koennen Sie das Fehlverhalten Ihrer KAtze beeinflussen. Katzen bevorzugen uebrigens zum Hineinpinkeln Turnschuhe, Kleiderhaufen oder noch von Menschen riechende Betten - ihre Aggression ist also auf ihre Betreuer gerichtet.
Sprechen Sie auch viel mit Tiffany - sie versteht Ihre Worte nicht, aber der Tonfall ist fuer die Katze verstaendlich - zureden, schimpfen, locken - das kann sie gut unterscheiden. Wenn sich das Verhalten von Tiffany in ein paar Wochen (2-3) nicht bessert, muessen sie etwas Neues unternehmen. Vielleicht verschwindet das "Herumpinkeln", wenn Sie eine der weiblichen KAtzen in die Ferien geben.
Hat Tiffany ihr eigenes Fressgeschirr und ihr eigenes Kistchen ? Sie sollte moeglichst wenig mit der neuen Katze teilen muessen, damit hre Eifersucht nicht noch geschuert wird, denn anscheinend ist sie sehr sensibel und fuehlt sich sonst sofort bedraengt und unterdrueckt.
Ich hoffe, Sie schaffen es, dass die drei Katzen gluecklich miteinander leben koennen.

Mit freundlichen Gruessen
Ihr Dr.Cato


29.9.96
Hallo!
Meine Katze leidet seit 2 Wochen an extremer Kurzatmigkeit. Daraufhin war ich mit ihr beim Tierarzt. Dieser meinte, meine Katze habe ein Lungeoedem, und man koenne da nicht viel tun.
ist das richtig??
Bye
Christian




Lieber Christian,
so wie Sie den Zustand Ihrer Katze beschreiben, leidet sie stark.
Die Atemnot kann von einem Lungenoedem stammen oder von Wasser. Das Wasser auf der Lunge oder im Bauchraum fuehrt dazu, dass die Katze qualvoll erstickt - kein angenehmer Tod!
Welches auch die Ursachen sind, so ist eine Heilung unwahrscheinlich, vor allem wenn die Katze keinen Huger mehr hat und viel herumliegt und schlaeft.
Wenn man nun die Katze am Leben erhaelt, kommt man rasch an Grenzen der Tierliebe. Fuer die Katze ist es dann nur noch eine Quaelerei.
Ich nehme an, dass auch Ihr Tierarzt in diesem Sinn mit Ihnen gesprochen hat und Ihnen angeraten hat, die Katze einzuschlaefern.
Dies toent vielleicht hart und brutal, und wenn man sein Herz an sein Tier verschenkt hat, tut der Abschied doppelt so weh. Aber denken Sie daran, dass Sie Ihrer Katze weiteres Leiden und Todesaengste ersparen koennen und Ihr so noch ein Letztes zu gut tun koennen.

Ich bedaure, dass ich Ihnen keine erfreulichere Antwort geben kann.< Mit freundlichen Gruessen
Ihr Dr.CATO

27.9.96 Lieber Doc, seit einer Woche sind wir nun auch Besitzer einer Katze aus dem Tierheim. Von Ihrem Vorbesitzer war sie wohl gewohnt, nach draussen gelassen zu werden. Auch wir haben vor, sie frei laufen zu lassen. Wir leben laendlich, sehr ruhig, die naechste stark befahrene Strasse ist weit weg.
Nun hat man uns gesagt, man sollte mit dem herauslassen eine ganze Weile warten; mindestens vier Wochen, bis sich das Tier an uns und die neue Umgebung gewohnt hat.
Sie ist bereits sehr zutraulich zu uns und hat die Wohnung im Sturm in Besitz genommen. Nun sitzt sie tagtaeglich vor der Terrassentuer oder Wohnungstuer und miaut, dass sie wohl raus will.
Seit heute nacht faengt sie auch ploetzlich an, in die Wohnung zu machen (besser gesagt, ins Bett). Ich nehme an, aus Protest.
Kann ich sie vielleicht doch schon jetzt raus lassen und wie erhoehe ich die Wahrscheinlichkeit, daþ sie auch zu uns zurueckkommt ?
Mit besten Gruessen
Thomas Boer


Lieber Thomas,
Sie vermuten richtig, dass die Katze aus Protest hineingemacht. Sie will wirklich raus. Ich glaube, nachdem sich die Katze in einer Woche schon so gut bei Ihnen eingelebt hat, duerfen Sie den Versuch wagen. Ich wuerde die Katze ueber Nacht allerdings noch nicht draussen lassen. Auch in den ersten Tagen nicht zu lange, von morgens bis abends, ohne das jemand zu Hause ist.
Wichtig ist, dass sie sich auch an regelmaessige Fuetterungszeiten gewoehnt, zu denen sie dann von ihren Streifzuegen nach Hause kommt. Sie wird kaum zum Tierheim zuruecklaufen, hoechstens zu ihrem frueheren Besitzer. Aber da sie wohl schon eine Weile im Tierheim verbracht hatte, ist das sehr unwahrscheinlich.
Goennen Sie Ihrer Katze die letzten warmen Tage des Jahres in Freiheit.

mit freundlichen Gruessen
Ihr Dr.Cato

26.9.96 Katzenstreit
Sehr geehrter Herr Dr. Cato Nachdem wir Ihre Tips zum grossen Teil realisiert haben, scheinen sich unsere beiden Katzen "Moppel" und "Bacchus" doch ein wenig mehr zu vertragen.
Wir wollten es nicht versaeumen, sie kurz darueber zu informieren und danken Ihnen nochmals ganz herzlich fuer Ihre Tips.
Mit den besten Gruessen aus Baden-Baden
Margrit und Albert Mirbach



22.9.96 Lieber Doc, unser russisch blauer Kater Aljosha hat schon seit geraumer Zeit Probleme mit dem Stuhlgang :er probiert dauernd den Kot loszuwerden,aber da kommen nur kleine Mengen fluessiger Kot, das meiste bleibt anscheined hart zuruck. Auf Raten unseres Tierartztes haben wir ihm Paraffinoel ins Futter gemischt, aber dann ruehrt er dieses Essen nicht an. Zudem hat er ein ziemlich roten After. Er laesst sich sehr schlecht helfen, und wird dann sehr agressiv, was er sonst nicht ist.Er probiert sich zu verkriechen. Essen ( Sheba ) tut er schon noch , aber weniger wie sonst.
Wir ueberlegen uns wieder zum Tierartzt zu gehen, aber wahrscheinlich erhalten wir dann wieder den gleichen Ratschlag .
Deshalb unsere Frage an Sie : wissen sie Rat ???
Wenn ja, dann waren wir Ihnen fuer Ihre Antwort dankbar.
Mit freundlichen Gruessen,
Linda K



Liebe Linda,
es ist nicht leicht, mit nur wenigen Angaben eine Diagnose zu stellen. Verstopfung ist bei Katzen ein weit verbreitetes Problem.
Ich habe gute Erfahrungen mit metigel (Provet) gemacht. Das ist eine Paste, die man der Katze unter das Futter mischen kann. Die meisten lecken die Paste jedoch direkt ab Tube ab. Vielleicht hilft es auch Ihrer Katze.
Tritt keine Besserung ein, sollten Sie mit der Katze wieder zu Ihrem Tierarzt zu einem weitern Untersuch.

Mit freundlichen Gruessen
Ihr Dr.CATO

Wed, 18 Sep 1996
Lieber Dr. Cato!
Wir besitzen eine etwa 12-14 wochen alte Katze und einen 5 jaehrigen Kater.
Vor kurzem sind wir umgezogen und unser Kater laeuft immer (etwa nach 3-4 Tagen) von zuhause weg in sein altes Heim.
Gestern jedoch habe ich beobachtet, wie sich der Kater mit dem Kater des Nachbarn gepruegelt hat. Unser Kater ist dann total veraengstigt unter ein Auto gekrochen und lange nicht mehr hervorgekommen. Seither ist er wieder weg.
Koennen die Pruegeleien mit dem Nachbarskater der Grund sein, dass unser Kater immer weglaeuft??
Und noch etwas ist gestern vorgefallen.
Meine kleine Katze darf jetzt unter Aufsicht ins Freie. Als ich sie gestern auf die Terasse gelassen habe sass der Kater des Nachbarn schon da. Eine kleine Unaufmerksamkeit meinerseits brachte dann den Stein zum Rollen. Der Kater griff meine Katze an und schleifte sie etwa 6 Meter ¸ber die Terasse. Als er dann aufgrund meiner Schreie losgelassen hat und gegangen ist, wollte ich meine Katze in Sicherheit bringen, doch vor lauter Angst hat sie mich arg gebissen und gekratzt. Zum Gl¸ck ist ihr koerperlich nichts passiert, aber sie hat schon einen grossen Schreck davongetragen. Und ich bin mir sicher, wenn ich nicht eingegriffen haette, haetter er sie getoetet.
Nun habe ich natuerlich Angst, meine Katze wieder rauszulassen, ich moechte jedoch auch keine Wohnungskatze daraus machen.
Was kann ich gegen den Kater tun, daþ er meine Katzen in Ruhe laesst?? Was kann ich tun, daþ mein Kater nicht vor Angst ewig in sein altes Haus zuruecklaeuft??
Ich hoffe, sie koennen mir helfen.

Vielen Dank!
Nicole Liebelt



Liebe Nicole,
Sie und Ihre Katzen haben es scheinbar nicht ganz einfach am neuen Wohnort. Und den boesen Nachbarskater gibt es nicht nur in Ihrer Umgebung. Als Sie an den neuen Wohnort zogen, sind Sie in das Revier des Katers gezogen. Je nach seiner Natur ( vielleicht ist er nicht einmal kastriert) verteidigt dieser sein Territorium heftig gegen Eindringlinge, und vor allem Neuzuzuegern gibt er erst mal nachdruecklich seinen Tarif durch. Denn er war hier ja schliesslich schon immer der Chef gewesen.
Trotzdem kann man nicht mit Sicherheit sagen, dass der boese Kater der Grund ist, warum Ihre aeltere Katze im Abstand von wenigen Tagen den Heimweg unter die Pfoten nimmt. Klar kann ein solcher Schock ihr natuerliches Fluchtverhalten ausloesen und Sie sucht dort Schutz, wo Sie ihn am meisten spuert, und das ist fuer die Katze meistens ein bestimmter Ort. Denn im Gegensatz zum Hund ist die Katze als Einzelgaenger nicht personengebunden. (Deshalb ist sie wohl auch erst dann zum Menschen gekommen, als diese ihr Nomadenleben aufgaben und sesshaft wurden.)
Die Ortsgebundenheit der einzelnen Katze ist individuell ganz verschieden, aber bei Ihrer Katze stark ausgepraegt. Der boese Kater kann sie zum Zuruecklaufen bewegen, es koennte aber geradeso gut Ihre eigene neue Katze sein, die den sonst vielleicht eher ruhigen Kater aus seiner Ruhe bringt, und er sich zurueckziehen moechte.
Ich hatte selbst mal vor Jahren eine rote Katze, die im Gegensatz zu unseren andern 4 Katzen den Umzug in ein neues Haus einfach nicht verkraftete. Sie ist immer wieder zurueckgelaufen, bis wir nach dem vierten Mal die neuen Mieter anfragten, ob Sie die Katze wohl behalten koennten, da sie sich nicht an den neuen Wohnort gewoehnen wollte.(Sie hatte uebrigens stets Freilauf und war sowieso nur selten drinnen).Sie lebte dann noch mehrere jahre gluecklich an ihrer alten Adresse bei den ihr fremden Leuten.
Das zweite Problem, das Sie mir schildern, ist sehr dramatisch.
Ein ausgewachsener fremder Kater, der eine junge Katze angreift und misshandelt, toent sehr schrecklich, ist aber in der freien Natur ueblich.
Denn der Kater muss sein Revier verteidigen. Eine sehr junge Katze kennt die Verhaltensregeln der Natur nur mangelhaft - vieles bringt ihr ihre Mutter auf Erkundungsspaziergaengen bei. So auch das Verhalten gegenueber erwachsenen Katzen, vor allem, das Aus-dem-Weg-Gehen. Da haette die Katzenmutter wohl schon sehr bald eingegriffen und sich wohl mit dem Kater angelegt und ihn vertrieben, damit ihre Jungtiere auch Raum fuer sich haetten. Aber die kleine Katze ist draussen noch sehr angewiesen auf Schutz und macht unliebsame Erfahrungen, die sonst tragisch enden koennten. So naehert sie sich vielleicht zu unbekuemmert und direkt einer ihr fremden Katze und weiss gar nicht, das diese sich von einem so kleinen Wesen bedroht fuehlen kann und sich zur Wehr setzt.
Solche Erfahrungen sind sehr lehrreich fuer die Katze - auf keinen Fall duerfen Sie sie unbeaufsichtigt lassen. Erst mit etwa 6 Monaten kann sich die Katze unter der Gesellschaft ihresgleichen behaupten.
Ihre Katze wird kaum zur reinen Wohnungskatze werden, wenn Sie sie jetzt ueber die kalten Wintertage vorwiegend im Haus behalten und ab und zu sich mit ihr auf der Terrasse aufhalten.
Auch ohne boesen Kater ist die Welt draussen voller Gefahren, und gerade der Orientierungssinn ist bei der jungen Katze noch nicht ausgebildet. So geht sie unbekuemmert mit fremden Leuten und weiss dann den Weg zurueck nicht mehr. Oder sie vergisst beim Spielen ihre Umwelt und kann so verungluecken. Wenn Sie also die kleine Katze behutsam an das Leben draussen gewoehnen und ein paar Monate nicht alleine hinauslassen, wird sie deshalb noch keine reine Wohnungskatze und kann sich zu einem spaeteren Zeitpunkt hoffentlich auch mit dem boesen Kater arrangieren.

Mit freundlichen Gruessen
Ihr Dr.CATO

13.9.96
Lieber Dr. Cato!
Wir haben einen 4 Jahre alten schwarzen Kater namens Husslik. Er ist gesund und putzmunter und bereitet uns nur ein (grosses) Problem.
Er plaerrt unentwegt - aehnlich wie eine meckernde Ziege - und gibt nur fuer kurze Zeit Ruhe, wenn man ihn streichelt oder wenn er ins Bett darf. Wenn er im Treppenhaus ist, kann er sich nicht entscheiden, ob raus in den arten oder rein in die Wohnung. Das gleiche Theater mit raus auf den Balkon oder rein. Ganz egal, was man macht, spaetestens nach einer Stunde aeussert er lautstark seinen Unmut.
Dieses Verhalten hat er schon mit 5 Wochen an den Tag gelegt, als wir ihn bekommen haben. Was macht man gegen eine permament "motzige" Katze?
Er hat ausreichend Futter, Wasser, sauberes Clo... Selbst zur Begruessung, wenn ich nach Hause komme, schreit er erst mal eine 1/2 Stunde rum (faengt erst an, wenn er meine Schritte im Treppenhaus hoert).
Haben Sie einen Tip f¸r mich?
Vielen Dank!!!!
Mara.Dollinger



Liebe Frau Dollinger,
Es gibt in der Humanpsychologie eine Richtung, die sich Systemtherapie nennt. Die versucht, nicht das einzelne Individuum zu therapieren, sondern das ganze soziale Bezugssystem, in dem das kranke (oder scheinbar kranke) Individuum drinsteckt.
Wenn also ein Kind mit seinem Betragen auff”llt, so kn¸pft man sich die ganze Familie vor; das ist der Ansatz. Nun haben Sie keine Angst, ich will Sie nicht therapieren ‚ bloss des kleinen (grossen) Problems wegen, das Sie und ihr Kater miteinander habt. Aber ich sehe in gewisser Weise das Ganze doch als ein Problem, das im Verhaeltnis zwischen Ihnen und dem Kater liegt.
Was mir zuerst aufgefallen ist: Wochen an den Tag gelegt, als wir ihn bekommen haben ...>
Mir faellt das auf. Ich wuerde eher sagen, dass es damals, mit 5 Wochen, noch ganz normal war. Nicht normal ist, dass er jetzt immer noch unaufhoerlich plaerrt. Aber mit 5 Wochen hat er sich mit seinen Schreien wohl noch an seine Mutter gewendet - und da Sie ihn eben in dem Alter bekommen haben (reichlich frueh), sind Sie dann auch an diese Stelle getreten. Da wurde Euer begruendet; so wie es noch heute ist. Und dass es noch heute so ist, das ist das Problem. Doch wie kam es dazu? Im Unterschied zu einer normalen Katzenmutter, die ja auch fuer sich selber sorgen muss, und die vielleicht ueber einen Instinkt verfuegt, der sie irgendwann das Verhaeltnis zu ihren Jungen lockern laesst; und die vielleicht auch irgendwann ein bisschen genug bekommt von den aufsaessigen, ewig fordernden Jungen, und sie darum irgendwann ziehen laesst - im Unterschied dazu hatten Sie als Menschen-Katzenmutter wenig Motivation gehabt, ihr Junges ziehen zu lassen ‚ im Gegenteil; sie wollten ja eine Katze ; Sie wollten Katzen werden.
Der Kleine empfand darum wenig Veranlassung, sich von Ihnen , um es mal so auszudruecken. Er genoss die Fuersorge, die Zaertlichkeiten und die ganzen Annehmlichkeiten, die Sie ihm gerne gewaehrten. Nur: seine Natur regte sich doch auch in ihm, und das heisst: er haette gerne seine Freiheit, moechte umherschweifen, ins Freie gehen usw. - das alles aber, ohne die angenehme Bindung an sie (mit dem Privileg, in Ihr Bett schluepfen zu duerfen) aufzugeben.
Seine kaetzische Loesung, die er da nun gefunden hat: Er zieht ins Freie, geht auf den Balkon, wischt durch die Tuere raus ‚ und Sie begleiten ihn. Und um Ihnen diesen Vorschlag zu signalisieren, schreit er. (Er schreit natuerlich auch sonst noch, einfach um seine Annehmlichkeiten zu bekommen). Meine psychologische Diagnose lautet darum: er ist emotional verwoehnt, meine verhaltenswissenschaftliche Analyse ist eben die, dass dieses Schreien (z. T.) dieses Signal darstellt.
Ist es nicht so, dass er im Moment, wo Sie ihm die Tuer oeffnen, Ihnen um die Beine streicht? Und vor allem: haben Sie sich schon geachtet, ob er dann auch immer wieder kurz ein paar Schritte von Ihnen weggeht, und zwar geradeaus vor Ihnen her, und mit ganz gerade erhobenem Schwanz? Dies ist in der Katzensprache das - Zeichen. Wenn Sie dann als Katzenmutter ihm nicht folgen, kehrt er kurz um, dreht sich um die eigene Achse, faengt wieder von vorne an ‚ und schreit.
Nun, da dieses Verhaeltnis eingespielt und ihr Kater emotional von Ihnen abhaengig geworden ist; da ist guter Rat teuer. An sich laesst sich schon sagen, was zu tun waere. Sie muessen ihm jetzt klare Zeichen geben, dass sie nicht mehr alles mitmachen; dass er nicht alles bekommen kann. Sie muessen eine Trennung zwischen sich und ihm setzen. Sie duerfen ihn ruhig auch raussperren, und sie duerfen ihn auch, wenn er sie nicht loslaesst, am Bauch hochheben und mit etwas Schwung von sich wegwerfen. Selbstverstaendlich nicht grob - aber zwanzig mal hintereinander, wenn's sein muss.
Schwierig wird es deswegen, weil ‚ vor allem bei einem Kater ‚ zu befuerchten ist, dass er dann . Die unangenehmste Art, dies zu tun, besteht im Rum-urinieren. Oder im Kratzen und Zerreissen von allerlei (meist vom Menschen hochgeschaetzten) Dingen. Auch dieses motzige Schreien ist z. T. schon ein Protest, v.a. wenn Sie nach Hause kommen. Er beschimpft Sie dann wegen ihrer langen Abwesenheit.
Damit solche nicht allzu hoch ausschlagen, sollten Sie ihren nicht allzu krass aendern. Es kommt mehr auf die Bestimmtheit und die Konsequenz an, mit der man seine Richtlinien bekannt gibt und durchhaelt.
Einige Leute haben auch gute ERfahrungen mit Bachblueten gemacht. Sie muessen im Geschaeft, wo Sie diese kaufen, das Verhaltensbild ihres Katers beschreiben, damit man dortw eiss, was Sie brauchen.
Das staerkste Eingriffsmittels besteht in Hormontabletten. Das ist dann das Aeusserste, wenn alles andere nicht hilft.
Ich hoffe, Ihnen damit gedient zu haben.
Mit den besten Wuenschen
Ihr Dr. CATO



9 Sep 1996 Lieber Dr. Cato,
wir haben seit 1 Jahr unsere Katze "Moppel"(1 1/2 Jahre), die sehr lieb eher etwas scheu ist. Seit 4 Monaten bekamen wir mit dem Kater "Carlo" (1/2 Jahr) Zuwachs, ein lustiger, mutiger, selbstbewusster Zeitgenosse.
Die beiden koennen sich nicht gut leiden. Schon wenn Moppel den neuenWohngenossen "Carlo" sieht, faucht diese und trollt sich oft aus dem Haus.Auch am Futterplatz geht "Moppel" dem immer hungrigen "Carlo" haeufig aus dem Weg oder faucht ihn an.Nach jetzt 4 Monaten des Zusammenlebens ist diese "Eifersucht" von Moppel nicht zurnckgegangen, obwohl wir sie bewusst gegen¸ber "Carlo" bevorteilen.
"Carlo" dagegen ist nicht eifersnchtig, sondern will oft mit Moppel spielen und balgen, weil er ja noch jung ist. Im Garten allerdings spielen die beiden oft miteinander und jagen sich gegenseitig. Blut ist bei den "K”mpfen" noch nie geflossen.
Nun unsere Frage: gibt es einige Kniffs und Tricks, wie wir die beiden miteinander befreunden koennen. Oder muessen wir uns damit abfinden,dass Moppel sich immer mehr vom Haus entfernt und langsam zu einer Wildkatze >wird. Nachts schlaeft sie jetzt schon haeufig draussen.
Vielen Dank fuer Ihre freundliche Antwort.
Mit freundlichen Gruessen
Margrit und Albert M


Sehr geehrte Margrit und Albert,
besten Dank fuer Ihre Anfrage.
Wie ich aus Ihrer Anfrage herauslesen kann, geniessen die Katzen bei Ihnen viel Freiheit. Sie haben also genuegend Raum, einander auszuweichen, was das Wichtigste fuer eine Katze als eigentlicher Einzelgaenger ist. Es ist oft so, dass Katzen sich durch einen jungen, verspielten Wohnpartner eingeschuechtert und ueberfordert fuehlen. Sie wollen nicht mehr so heftig spielen wie die Jungkatzen und kommen vor allem beim Fressen zu kurz, da sie sich kaum vordraengen.
Ich weiss nicht, ob Sie fuer Moppel und Carlo schon getrennte Futternaepfe haben - es waere jedenfalls gut. Auch sollte Moppel vor Carlo ihr Futter erhalten, wenn sie mit Fressen auch dran ist ( vielleicht bekommt Carlo ja noch eine zusaetzliche Mahlzeit im Tag, da er noch klein ist ). Dann fuehlt sich Moppel wohler, wenn Sie an leicht erhoehten Warte fressen kann, auf einem Regal oder Tisch, und fuehlt sich so von Carlo weniger bedroht. Die gegenseitige"Katzenliebe" kann man jedoch nicht erzwingen. Vielleicht stimmt da einfach die Chemie nicht, und Moppel weicht aus. Haben Sie das Gefuehl, dass Moppel ungluecklich ist ?
Es gibt viele Katzen, die sich fast nur zu den Fuetterungszeiten zu Hause blicken lassen, und die sonst ihre Streifzuege durch die Natur geniessen. Sie haben schon viel erreicht, wenn die beiden Katzen friedlich nebeneinander leben.

Ich hoffe, dass ich Ihnen mit meiner Antwort dienen konnte

Ihr Dr.Cato


2. Sept. 1996 Sehr geehrter Dr. Cato,

ich ueberlege schon laengere Zeit, ob ich mir eine Katze zulegen soll (kann), und wollte Sie um Ihren Rat fragen.
Ich wohne in einer 30 m2 kleinen Wohnung direkt unter dem Dach. Ich habe Bedenken, dass die Katze sich bei einer reinen Wohnungshaltung nicht wohlfuehlen koennte.
Ich bin ab und an ueber Nacht weg, komme aber dann morgens erst einmal nach Hause. Tagsueber koennte ich mich erst ab dem spaeten Nachmittag um die Katze kuemmern.
Gibt es bestimmte Rassen, die dafuer bekannt sind, dass sie keinen oder nur sehr wenig Freilauf brauchen, oder ist das von Katze zu Katze unterschiedlich?
Gibt es bestimmte Sachen -bez¸glich der Wahl meines eventuellen neuen Bewohners- die ich beachten muss?
Sollte ich eine Katze vom Zuechter oder von einer Tierhandlung oder aus dem Tierheim erstehen?
Im voraus vielen Dank f¸r Ihren Rat.
Andre



Lieber Andre
vielen Dank fuer Ihre Anfrage.
Ich verstehe Ihre Bedenken, sich eine Katze zuzulegen und finde es richtig, dass Sie den Entscheid nicht sofort gefaellt haben.
Eine Katze ist naemlich nicht nur eine voruebergehende Anschaffung - sie kann gut 20 Jahre leben und moechte diese Zeit natuerlich in Ihrer Gesellschaft verbringen.
Das Problem, ob Sie Sich eine Katze zulegen koennen, sehe ich nicht unbedingt im Raumangebot, obwohl auch da bei einer kleinen Wohnung ohne Auslauf auf verschiedenes zu achten ist.
So sollte die Katze moeglichst oft Gelegenheit haben, mit ihrem Menschen zusammenzusein. Oder sich mit einem Artgenossen balgen koennen. Allerdings werden junge verspielte Katzen nicht immer sehr schonend mit der Wohnung und dem Mobiliar umgehen, so dass Sie manch unangenehme Ueberraschung erleben koennen, wenn Sie von der Arbeit nach Hause kommen. Das Problem besteht vielmehr darin, dass Sie nicht immer ausreichend Zeit fuer Ihren Hausgenossen aufbringen koennen.
Bleiben Sie nun auf einmal ueber Nacht weg, so wird Sie ihre Katze(n) suchen und nach Ihnen rufen. Vor allem juengere Tiere sind solch unverhofften Situationen nicht gewachsen. Aus Wut ueber Ihre Abwesenheit koennen sie unsauber werden.
Sicher gibt es Katzen mit ganz bestimmten Eigenheiten, aber wie Sie geschrieben haben, ist es auch individuell von Katze zu Katze sehr verschieden. Von ihren Rasseneigenschaften her koennte man Ihnen etwa Russisch Blau oder eine Kartaeuserkatze empfehlen, ev. auch noch eine Korat (aeusserst selten). Aber genau diese ruhigen Wohnungskatzen sind gleichzeitig auch besonders anhaenglich und auf den Menschen orientiert. Das macht die Sache schwierig.
Ob Sie nun die Katze aus einer Zucht oder aus einem Tierheim erstehen, ist Ihre Entscheidung. Wichtig ist, dass Sie an beiden Orten eine gute Beratung bekommen. Im Prinzip hat natuerlich eine Zuchtherkunft den Vorteil, dass sie aufgrund der Rassenzugehoerigkeit Eigenschaften prognostizieren koennen, aber wie sie selber vermuten, mit der individuellen Variabilitaet. Kommt sie aus dem Tierheim, so kennt man an sich die Katze schon, aber ev. auch noch nicht lange genug. Wir neigen an sich eher dazu, Heimkatzen zu empfehlen, das liegt im Rahmen des Zweckes, der mit der Stifung verbunden ist, die hinter unserer web-site steht.
Ich wuerde mir den Schritt zum Katzenhalter mit all seinen Vor- und Nachteilen gut ueberlegen. Wenn die Nachteile fuer Sie und vor allem auch fuer die Katze ueberwiegen, so sollten Sie auf ein Haustier verzichten, um weiterhin Ihre Freiheit ohne schlechtes Gewissen geniessen koennen.

Mit freundlichen Gruessen
Ihr Dr.Cato

10.9.96 Lieber Dr. CATO,
haben Sie vielen Dank fuer Ihre schnelle und sehr hilf- reiche Antwort. Wir haben uns an Ihre Ratschlaege gehalten, und tatsaechlich entspannte sich die Situation bald. Der Kater begleitete uns auf Schritt und Tritt, kam zum Schmusen und spielte mit uns. Kurz gesagt: ich hatte den Eindruck, dass er sich wohl fuehlt und wir Vertrauen zueinander aufgebaut hatten.
Nach genau einer Woche, naemlich am vergangenen Mittwoch, gab es jedoch eine boese Ueberraschung, als wir etwas spaeter als sonst nach Hause kamen (dies ist der Tag der Woche, an dem wir 1 1/2 Std. spaeter zu Hause sind). Er hatte in zwei verschiedene Ecken auf dem Teppich uriniert!
In seiner Toilette befand sich ebenfalls Urin und Kot, den er nicht, wie sonst ueblich, mit Sand abgedeckt hatte. (Ich saeubere seine Toilette morgens und abends.) Ich kannte den Geruch von Katzenurin bis dahin noch nicht und muss sagen, er ist sehr unangenehm. Ich habe mit ihm geschimpft (wobei ich nicht weiss, ob das ueberhaupt etwas nuetzt) und ueberlegt, was denn passiert sein koennte. Mir ist nichts eingefallen (ausser dass wir eben etwas spaeter nach Hause kamen). Inzwischen habe ich von verschiedenen Leuten erfahren, dass es nichts gibt, was dem Geruch von Katzenurin entgegenwirkt. Wenn Sie dennoch etwas wissen, waere ich fuer einen Rat sehr dankbar!
Auf jeden Fall dachte ich, ok., das kann eine Ausnahme gewesen sein. Leider fand ich, nachdem ich am naechsten Morgen aufgestanden war, wieder eine Urinpfuetze auf einem anderen Abschnitt des Teppichs vor. Ich war wirklich sehr boese und habe kraeftiger als am Vortag mit dem Kater geschimpft. Seitdem ist er etwas zurueckhaltender in seinem Verhalten und nicht mehr so zutraulich. Gestern abend und auch heute frueh ist er "sauber" geblieben, und ich bin jetzt natuerlich sehr misstrauisch, ob er sich das jetzt zur Gewohnheit macht. Sobald wir aus dem Haus sind schliessen wir die Schlafzimmertuer (die sonst wie alle Raeume offen fuer ihn war), um unsere Matratzen vor boesen Ueberraschungen zu schuetzen. Auf dem Sofa sowie auf den drei Stellen, auf die er uriniert hat, habe ich Essig gegeben. Angeblich soll das Katzen davon abhalten, die Stellen noch mal zu "benutzen". Inzwischen habe ich auch gehoert, dass dieses Verhalten schon in der Vergangenheit bei ihm vorgekommen ist, und es wurde jedesmal als "Protestaktion" gewertet. Naeheres konnte ich leider nicht in Erfahrung bringen.
Ich bin wirklich sehr aergerlich ueber diese uebel riechenden Ecken im Teppich und der Befuerchtung, dies koennte sich jederzeit wiederholen. Gibt es irgendetwas zur Vorbeugung?
In der Hoffnung, dass es in Ordnung ist, wenn ich Sie innerhalb so kurzer Zeit zum zweiten Mal um Rat frage, freue ich mich auf Ihre Antwort.
Mit freundlichen Gruessen
Heidi Smith



Liebe Heidi,
natuerlich koennen Sie mich so oft und wann Sie wollen um Rat fragen. Allerdings kann ich Ihnen nicht versprechen, dass meine ratschlaege noch am gleichen Tag eintreffen - und vorallem, ob sie ueberhaupt nuetzen.
Das Problem mit der unsauberen Katze ist sehr gross und gehoert in das unermessliche Gebiet der Katzenpsychologie.
Wie Sie schon selber vermutet haben, hat Ihr Kater sich an einer Unregelmaessigkeit in seinem Tagesablauf gestoert. Vielleicht fuehlte er sich vernachlaessigt, da Sie auf einmal nicht zur gewohnten Zeit nach Hause kamen. Und wie kann er besser die Aufmerksamkeit auf sich ziehen, als wenn er etwas anstellt, was Sie bestimmt nicht moegen.
Da Sie mir schreiben, dass das Problem auch an frueheren Orten aufgetreten ist, ist es gravierend, und Sie koennen es kaum ganz aus der Welt schaffen. An Ihrer Stelle wuerde ich ebenfalls an diesen Tagen die Bewegungsraeume des Katers einschraenken, und vor allem mein Bett vor seinen Wutbekundungen schuetzen.
Schimpfen nuetzt nur etwas, wenn Sie den KAter an Ort und Stelle beim Urinieren erwischen. Klatschen Sie dann laut in die Haende, und noetigenfalls koennen Sie ihm mit einer Zeitung auch mal einen Klaps auf sein Hintern versetzen. Bestrafen Sie ihn jedoch kleinesfalls mit den Haenden - er hat jetzt zutrauen zu Ihnen gefasst, und das koennte wieder zerstoert werden, wenn die hand, die ihn sonst liebkost, jetzt ploetzlich zuschlaegt.
Oft hilft es auch, wenn man den Missetaeter unmittelbar nach seiner Tat fuer eine halbe Stunde in ein Katzenkoerchen sperrt und dann wieder raus laesst. Diese Art der Bestrafung merkt sich eine Katze als freiheitliebendes Tier sehr wohl.
Vor etwa zwei Jahren kam von einer Arzneifirma auch ein Spray auf den markt (nur ueber den Tierarzt zu beziehen),das den Uringeruch aufloest. Aber die Erfolgsmeldungen halten sich in Grenzen. Vielleicht tun da auch Hausmittelchen wie Essig denselben Dienst....
Ich hoffe, dass der Kater wieder sein Kistchen, das uebrigens jeden Tag ganz sauber sein sollte, wieder benuetzt. Oder stellen Sie ein zweites Kistchen daneben, wenn der Tag fuer den Kater lang wird. Katzen sind sehr saubere Tiere und benutzen ungern ein verunreinigtes Klo.
Mit freundlichen Gruessen
Ihr Dr.CATO


Thu, 29 Aug 1996 Lieber Dr. CATO,

wir haben zur Zeit (seit gestern) einen Kater fuer 4 Wochen zu Gast und haben beide keine Erfahrung mit diesen Tieren. Er ist ca. 14 Menschenjahre alt und hat schon oefter in fremden Wohnungen gelebt, waehrend sein "Frauchen" im Urlaub war. Er verbringt nun die meiste Zeit hinter dem Sofa und kommt hauptsaechlich zum Essen hervor, und sobald er in unsere Naehe kommt, faucht er. Wir wissen nicht, wie wir uns am besten verhalten. Er wurde uns als scheues, nicht kratzendes und nicht beissendes Wesen beschrieben, aber ich muss gestehen, dass sein Fauchen mir Unbehagen bereitet. Entsprechend kann ich mich nur schwer entspannt in unserer Wohnung bewegen und fuerchte schon fast, irgendwann angegriffen zu werden, obwohl es erst mal so scheint, dass er sich vorallem zurueckzieht. Ich waere Ihnen fuer eine baldige Antwort sehr dankbar!

Mit freundlichen Gruessen,
Heidi Smith



Liebe Frau Smith

Die erste Grundregel im Umgang mit Katzen ist die: Die Katze naehert sich dem Menschen; eher als umgekehrt. Versuchen Sie nichts zu beschleunigen, auch wenn Sie gerne endlich herausfinden moechten, was es mit diesem seltsamen Tier, das sich da bei Ihnen versteckt und sich so merkwuerdig verhaelt, fuer eine Bewandtnis hat... Frueher oder spaeter wird der Kater wissen wollen, mit wem er es zu tun hat, und dann wird er sich Ihnen naehern und dabei auch die Wohnung auskundschaften.
Dabei ist zu bedenken, dass der Kater sich jetzt noch etwas fremd fuehlt in der neuen Umgebung, das ist ganz normal. Es passt ihm wohl auch nicht, dass er so ploetzlich verpflanzt und von seinen Leuten allein gelassen wurde. Katzen sind Gewohnheitstiere und bleiben gern in ihrer angestammten Umgebung.Doch das gibt sich. Dass er zum Essen hervorkommt, ist uebrigens ein gutes Zeichen.
Wenn Sie ihm das Essen hinstellen (und auch sonst gelegentlich), versuchen Sie ihn durch hohe Toene zu locken. Bleiben Sie dabei ruhig an Ort. Lassen Sie ihm immer eine Fluchtmoeglichkeit. Lieber als am Boden naehert er sich Ihnen an erhoehter Lage; v.a. wenn Sie dabei sitzen. Die grossen Hoehenunterschiede und die Stuhl- und Tischbeine rundherum sind naemlich fuer ein so kleines Tier eher eine furchterregende Umgebung. Auch schaetzen es viele Tiere nicht besonders, wenn man sich ihnen von oben her naehert. Versuchen Sie sich mal zu ueberlegen, wo er sich wohlfuehlen koennte. An sich ist eine Katze lieber an erhoehter Lage; um Ueberblick zu haben. Dann kann sie sich sicher fuehlen.
Das Problem fuer Katzen-ungewohnte Menschen ist manchmal das, dass sie das scheinbare Desinteresse des Tiers, nach langen Versuchen, seine Sympathie zu gewinnen, frustriert. Sie duerfen sich ruhig sagen, dass Sie seine Sympathie ja nicht unbedingt gewinnen *muessen*.Lassen Sie sich beiden Zeit!
Dabei sind auch nicht alle Katzen gleich. Es gibt zweifellos scheuere und andere. Die scheueren brauchen halt laenger. Gefaehrlich ist kaum eine Katze; vor allem, wenn Sie sie in Ruhe lassen. Fauchen deutet allerdings daraufhin, dass der Kater sich unsicher fuehlt. Gehen Sie im Moment, wo er faucht, sofort (aber nicht panikartig) ein klein wenig zurueck; das genuegt. Er erkennt dies dann als Signal, dass Sie ihn nicht angreifen wollen.
Natuerlich duerfen Sie sich trotzdem in der Wohnung herumbewegen. Gehen Sie ihren gewohnten Gang. Sie sollen sich nicht terrorisieren lassen. Vielleicht gehen Sie aber in seiner Naehe etwas langsamer und leiser; eben um ein "Nicht-Angriffszeichen" zu geben. Der Kater ist ja auch erst seit gestern bei Ihnen. Das ist eine kurze Zeit.Und nicht nur Sie haben ein Problem zu loesen. Er hat auch eins! Er muss zuerst Sie studieren, aus Ihren Bewegungen klug werden, Ihre Gewohnheiten und Gaenge und Routinen kennenlernen und herausfinden, was sie bedeuten. Das ist alles ganz normal. Und Sie koennen sicher sein, dass in seinem Katzenhirn mehr vorgeht, als es den Anschein hat.

Ich hoffe, damit etwas zur Entspannung der Lage beigetragen zu haben. Bis Sie diese mail erhalten, wird sich vielleicht auch schon etwas veraendert haben.
Mit besten Gruessen
Ihr Dr. CATO




21.August 1996
Lieber DOC,
wir haben ein groesseres Problem mit unseren Katzen gehabt. Leider muss ich hierzu ein wenig weiter ausholen:
Vor ca. 8 Jahren legten wir uns einen rot/weissen Perser Kater zu, der auch (bis auf ein paar Zahnsteinbehandlungen) immer kerngesund war.
Als ich vor ca. 3-4 Jahren berufstaetig wurde, kaufte ich fuer meinen Kater (damit er Tagsueber nicht so alleine ist) eine 4 Jahre alte (sterilisierte) Birma-Perser Katze. Diese war zwar sehr lebendig und mein Tierarzt sagte auch, dass diese gesund waere, aber dem war leider nicht so. Nach 4 Wochen schon bekam meine Katze eine Nierenentzuendung, wurde nach und nach traeger und bekam ab und zu mal einen dicken, harten Bauch. Komischerweise wurde sie richtig lebendig, wenn der Bauch dick und hart wurde.
Damals sind wir auch deswegen zum Tierarzt gegangen, der konnte aber nur feststellen, dass die abgeleckten Haare nicht richtig verdaut werden.
Letztes Jahr fing mein Kater an zu husten und frass nichts mehr, sogar Leckereien, die er sonst nie verweigerte, ruehrte er nicht mehr an. Der Tierarzt stellte dann fest, dass mein Kater Wasser in der Lunge hatte! Mein Kater blieb also fuer ein paar Tage zur Kontrolle beim Tierarzt! Leider wollte er immer noch nichts fressen, so dass er einen Tropf bekam! 3 Tage spaeter starb mein Kater unerklaerlicherweise beim Tierarzt!
Ein paar Wochen spaeter legte ich mir einen Perser-Maincoon-Mischling zu!
Ein Jahr spaeter (also vor ein paar Wochen), bekam meine Katze wieder einen dicken, harten Bauch, Sie wurde traege, bekam Durchfall und erbrach fast alles, was sie gefressen hatte. Das dauerte immer 2-3 Tage an und verschwand dann auch wieder. Wir gingen wieder zum Tierarzt, der stellte ebenfalls wieder fest, dass die aufgeleckten Haare nicht richtig verdaut werden. Er gab uns eine Paste mit, die die Verdauung foerdern sollte. Leider wurde es immer noch nicht besser.
Der Tierarzt hatte dann den Verdacht auf FIP. Er hat dann aus dem Bauch Wasser gezogen und meinte, wenn die Fluessigkeit jetzt bernsteinfarbig waere, dann ist FIP nicht mehr auszuschliessen. Zum Glueck war die Fluessigkeit durchsichtig. Wir haben dann trotzalledem noch einmal Blut abnehmen lassen, und dieser Test war auch Negativ.
Nach diesem Tierarztbesuch ging es meiner Katze wieder blendend, obwohl sie nichts an Medikamenten bekommen hatte.
Vor ein paar Tagen bekam sie auf einmal mehrere Kraempfe hintereinander. Die Pfoten wurden steif, und Katze hat auf nichts mehr reagiert. Es sah fast so aus wie bei einem BSE-verseuchten Rind! Als die Kraempfe vorbei waren, ging es ihr fuer ein paar Minuten wieder gut, bis halt zum naechsten Krampf.
Ich bin sofort zum Tierarzt gefahren!
Mein Tierarzt meinte, sie haette epileptische Anfaelle, die durch alles moegliche verursacht werden koennten. Er gab ihr Valium und meinte ich sollte mir ueberlegen, die Katze einschlaefern zu lassen, damit sie halt nicht mehr solche Qualen erleiden muss.
Obwohl das Valium schon wirkte, bekam sie wieder solche Krampf- anfaelle! Nach langem Ueberlegen bin ich schliesslich doch noch zum Tierarzt gefahren, um sie einschlaefern zu lassen. Ich habe es einfach nicht mehr ausgehalten, sie da so liegen zu sehen.
Mein Tierarzt sagte mir zwar, dass dies die richtige Entscheidung war, aber so hundertprozentig gut fuehle ich mich immer noch nicht.
Er meinte auch, dass meine Katze diese Infektion schon lange mit sich schleppen wuerde, und dass sie meinen Kater angesteckt hat. FIP waere aber auszuschliessen, weil beide Tests negativ waren.
Wie sehen Sie das?
Ich habe jetzt noch natuerlich Angst um meinen Kater, denn langsam muss ich doch ueberlegen, ob ich nicht zu bloed bin, Katzen zu halten.
Zwei Katzen in einem Jahr zu verlieren ist schon ziemlich hart, denn schliesslich sind die beiden nur 8 Jahre alt geworden. Obwohl ich natuerlich auch wieder eine zweite Katze haben moechte, schon allein deswegen, damit mein Kater nicht so alleine ist!
Was glauben Sie?
Ist die Vermutung von meinem Tierarzt richtig? Ist FIP wirklich auszuschliessen?
Ich habe mir ueberlegt, meinen Kater nun auch testen zu lassen, aber wenn diese Tests eh nicht hundertprozentig aussagekraeftig sind ,dann kann ich mir dabei ja auch nicht sicher sein. Wozu wuerden Sie mir raten?
Vielen Dank schon mal, dass Sie sich die Muehe gemacht haben, dieses wirklich lange Mail zu lesen und event. auch zu beantworten.
Mit freundlichen Gruessen
Michael W



Lieber Herr Wessel,
Vielen Dank fuer ihre Anfrage.
Das Problem, das Sie mir schildern, muss man schon dramatisch nennen. Leider ist es nicht ganz einfach zu loesen. In erster Linie muss ich Ihnen davon abraten, sich eine Zweitkatze zuzutun. FIP kann bis heute mit keinem Test mit Sicherheit ausgeschlossen werden.
Die Farbe der Fluessigkeit, die der Tierarzt der Katze entnommen hatte, sagt nichts ueber einen moeglichen Befall mit FIP aus. Sicher waere es gut gewesen, sie haetten von ihrem Tierarzt einen Sektionsbefund von ihren gestorbenen Katzen verlangt. Es ist durchaus moeglich, dass die ueberlebende Katze chronisch infiziert ist. Ein Test bringt da leider nie eine hundertprozentige Gewissheit.
Das Wasser in der Lunge ist wahrscheinlich auf eine Herzmuskeldegeneration zurueckzufuehren, die immer haeufiger diagnostiziert wird.
Sicher ist es eine schoene Idee, einer Katze einen Spielgefaehrten zu geben. Doch ist zu beachten, dass mit zunehmendem Alter der Wunsch, alleinzusein, st”rker wird. Katzen sind von Natur aus Einzelgaenger, und eine aeltere Katze wird moeglicherweise durch eine juengere nur gestresst, denn das Schlafbeduerfnis der Katze steigt mit zunehmendem Alter erheblich an. Falls Sie trotzdem eine zweite Katze anschaffen moechten, muessen sie auf alle Faelle mindestens sechs Monate warten. Ist ihre jetzige Katze jedoch chronisch infiziert, so ist eine Neuansteckung der zweiten Katze nicht mit Sicherheit zu verhindern.

Mit freundlichen Gruessen

Ihr Dr. CATO



18 Aug 1996
Lieber Dr. CATO
Wir haben eine Kater der jetzt 3 Monate alt ist. Seit kurzem faengt er andauernd an zu beissen. Erst schmust er ganz lieb, und dann beisst er mehrere Male in die Hand, wenn man ihn dann herunter setzt will er wieder zurueck und weiterbeissen! Ist das normal?
Dirk & Astrid Kuepper


Liebe Astrid, lieber Dirk
danke fuer Eure Anfrage.
Euer Kater hat einen ganz normalen Fang- und Spieltrieb. Normalerweise kann er den beim Spiel mit seinen Geschwistern ausleben, wahrscheinlich hat er aber jetzt keine Gelegenheit dazu.
Wichtig ist, dass man sein Beissen nicht noch zusaetzlich hervorruft, indem man ihn beispielsweise am Bauch krault, denn in diesem Alter wird die Katze fuer ihr zukuenftiges Leben gepraegt, und das Beissen kann so zu einer laestigen Angewohnheit werden.
Vielleicht hilft eine kleine Stoffmaus oder ein Spielball, um die Katze von den Haenden abzulenken.

>wenn man ihn dann heruntersetzt, will er wieder zurueck und weiterbeissen!

Die Katze will weiterspielen.Sie braucht fuer ihr Wohlergehen nicht nur Streicheleinheiten, sondern vor allem in diesem Alter noch viele Spielreize.
Ich wuensche Ihrem Kater recht viele Maeuse, wirkliche oder Spielzeug.
Mit freundlichen Gruessen
Ihr Dr.Cato

13.8.86
Lieber Dr. CATO,
ein paar Fragen, die mich schon lange beschaeftigen:
Mein Kater ist 13 Jahre alt und kastriert. Ich habe seit einem Monat im Haus meiner Eltern eine eigene Wohnung, nachdem ich unten bei meinen Eltern ein Zimmer hatte. Mein Kater war sehr oft bei mir im Zimmer zum Schmusen und Schlafen. Da er unten eine Katzentuer hat mit Freilauf, moechte ich ihn auch wegen seines Alters natuerlich nicht zwingen, bei mir zu bleiben.
Wie bringe ich ihn dazu, dass er gerne mal ein paar Minuten bei mir oben ist (Spielversuche und Leckerchen nuetzen nichts)?
Koennte ich bei mir auf 45m2 eine eigene Katze halten (ohne Freilauf), oder ist das zuwenig Platz?
Vielen Dank im voraus,

Silke Falkus & Boris


Liebe Silke,
Zunaechst: bitte betrachte meine Antwort nur als vorlaeufig. Dr. Cato weilt im Urlaub, wie wir auf der Ratgeber-Seite geschrieben haben, und Katja ZUniga, die als ehemalige Leiterin eines Katzenheims viel Erfahrung im Umgang mit Katzen hat, ist ebenfalls abwesend.
Wie bringe ich ihn dazu, dass er gerne mal ein paar Minuten bei mir oben ist (Spielversuche und Leckerchen nuetzen nichts)?
Das duerfte nicht leicht sein. Katzen sind meines Wissens eher orts- als menschengebundene Tiere. Das sieht man, wenn man umzieht. Immer wieder kommt es vor, dass die Katze von ihrem neuen Wohnort verschwindet und nach Wochen am alten Ort auftaucht. Dein Kater hat zudem Freilauf, also besteht fuer ihn wenig Notwendigkeit, sich mal im Haus drin neues Terrain auszukundschaften und auf diesem Weg zu Dir hoch zu gelangen. Ich koennte mir vorstellen, dass er, wenn Du von oben ihn lockst, er von unten zu Dir hoch miaut, was heissen soll, dass er es schaetzen wuerde, wenn Du zu ihm kaemst, aber eben: Du zu ihm. Am ehesten kommt er vielleicht noch zu Dir rauf, wenn Du einfach die T¸r einen Spalt weit offen laesst. Sollte er aber schon alt sein, und ist er ein sehr selbstaendiger Kater, dann geht er halt vielleicht weiterhin die Wege, die er schon immer gegangen ist.
Was die weiteren Fragen betrifft, so moechte ich die Antwort Dr. Cato ueberlassen, er wird am naechsten Wochenende zurueckkommen.
Mit der Bitte um Verstaendnis und besten Gruessen
J.M. N.



Liebe Silke und lieber Boris,
vielen Dank fuer die Anfrage. Der erste Teil wurde in meiner Abwesenheit schon bestens beantwortet, so dass ich auf die restlichen Fragen kurz Bezug nehme.
>Wenn ich eine Katze haette (junges Kaetzchen), wie koennte ich die beiden >aneinander gewoehnen, dass Sie miteinander spielen, obwohl sie sich ja nicht staendig sehen?
Ja, das ist wirklich ein Problem. Es kann n”mlich sein, dass der alte Katzenherr gar nicht mehr zu Besuch kommt, wenn eine junge Katze eingezogen ist. Denn Katzen sind sehr eigenwillig und Einzelgaenger. Zwingen zum Gernhaben einer weiteren Katze kann man sie nicht - man muss zufrieden sein, wenn er eine junge Katze akzeptiert und ihn aber seinen Weg gehen lassen. Streicheln sie ihn weiterhin, sooft sie koennen, aber versuchen sie nicht, ihn festzuhalten. Wenn er Freilauf hat, wird er sich sowieso die meiste Zeit draussen aufhalten.
>Wie alt werden Katzen eigentlich und worauf muss ich achten (typische Alterskrankheiten?)
Das Alter einer Katze kann man ganz verschieden berechnen. Alle Berechnungen kommen mehr oder weniger auf das gleiche hinaus.

(danach etwa 4 Menschenjahre pro Katzenjahr)

mit 13 Jahren waere Boris also umngerechnet 68 jahre alt.

Langsam machen sich die Altersbeschwerden auch bei der Katze bemerkbar. Sehr wichtig ist eine regelmaessige Kontrolle der Zaehne durch den Tierarzt. evt. muss auch mal der Zahnstein in Narkose entfernt werden.
Im Verlauf des Lebens schrumpft bei der Katze die Niere, was sich durch einen erhoehtern Fluessigkeitsbedarf zeigt. Die Katze sollte stets genuegend frisches Trinkwasser (keine Milch!") zur Verfuegung haben.
Im Alter kann die Katze einen spitzen Ruecken bekommen, die Haut zieht sich nicht mehr elastisch zusammen, die Katze kann austrocknen. Irgendwann kommt auch fuer Ihre Katze der "point of no return". Frisst sie nichts mehr, obwohl die Zaehne noch in Ordnung sind, sollte man die Katze vor einem langsamen und qualvollen Tod bewahren und zum Tierarzt bringen.
Aber mit seinen 13 Jahren ist Boris noch im besten Alter. 20-jaehrige Katzen sind keine Seltenheit. Allerdings werden Katzen mit Freilauf oft Opfer von Autos, da ihr Gehoer nachlaesst und sie nicht mehr so behende reagieren koennen.
ich wuensche Boris noch schoene Jahre in freiheit 45 m2 sind nicht massgebend, ob eine Katze genuegend Raum hat. Sie sollte sich vor allem auf verschiedenen Ebenen bewegen koennen - Gestelle, Regale,Tische. Ausserdem braucht sie stets Rueckzugsmoeglichkeiten. Auch eine kleine Wohnung kann durchaus attraktiv fuer die Katze sein.
mit freundlichen Gruessen
Ihr Dr.Cato


13.8.96
Lieber Doc,
meine Schwester hat ein Problem mit Katzenfloehen, und weiss nicht, wie sie diesem Herr bzw. Frau werden kann.
Vor ca. einer Woche starb ihr Kater bei einem naechtlichen Sturz von einem Baum (so wird jedenfalls vermutet).
Der Kater hatte Floehe und trug auch ein Flohhalsband.
Nun befinden sich in der Wohnung dermassen viele Floehe, dass man schon gar nicht mehr weiss, wo die Viecher alle herkommen.
In Ihrem Ratgeber haben sie einen Artikel ueber Floehe geschrieben, in dem steht, dass man durch gew–hnliche Insektizide diesen nicht Herr werden kann.
Was kann man machen, damit die Floh-Plage endlich aufhoert?
(Dieses ist kein Scherz oder sowas aehnliches)
Ich hoffe auf baldige Antwort
Ralf N

Sehr geehrter Herr Noehmer,
es freut mich, dass sie sich mit ihrer anfrage an mich richten.
flohbefall ist ein grosses problem, und an der katze selber kann man nicht gew–hnliche insektizide anwenden, da diese zu stark sind und die katze selber schaden davontragen wuerde. der zyklus eines flohes betraegt im guenstigsten fall nur 11 tage. floh - ei - larve -floh ! Ein floh sollte moeglichst taeglich blut saugen, kann zur not aber auch monatelang fasten. aus den floheiern, vorzugsweise im teppich oder am liegeplatz der katze schluepfen schon nach wenigen tagen die larven, die sich vom flohkot ernaehren, der viel unverdautes blut enthaelt. und dann haben wir ikn ca. 2 wochen wieder einen ausgewachsenen floh in der wohnung und der kreislauf beginnt von vorne. die tiere scheuen sich nicht, auch mal bei einem menschen blut abzuzapfen, was sehr schmerzhafte und juckende stiche hinterlassen kann. ist die wohnung jetzt katzenfrei, muss man sie mit einem insektenspray (z.B.Bolvo Plus) im woechentlichen abstand 3 mal behandeln. Nur so wird man der flohplage herr.
eine neue katze in der wohnung wuerde moeglicherweise die floehe wieder auf sich ziehen, so dass man sie auf dem tier bekaempfen kann. man kann dann die katze mit einem neuartigen Chitin-Synthese-Hemmer (Handelsname Program) behandeln, dessen wirkstoff Lufenuron den kreislauf des flohs unterbricht, da er nicht mehr den lebensnotwendigen panzer bilden kann. dieses medikament ist in der schweiz nur ueber den tierarzt erhaeltlich.
ein flohhalsband ist immer sehr zu empfehlen, allerdings sollte es nicht zu locker um den hals liegen, damit die katze nicht daran haengenbleiben kann. etwa zwei finger breit abstand zwischen band und hals einhalten.
ich hoffe, dass ich ihnen mit diesen angaben dienen kann und ihre schwester ueber den verlust ihrer katze wegkommt.
mit freundlichen gruessen

ihr Dr.Cato

18.Juli 1996

Sehr geehrter Dr.Cato,
Meine Katze, ca.8Jahre alt, schleckt sich sehr oft das Fell,zum Teil sehr cholerisch.Wenn man sie am R¸cken streichelt,leckt sie an Ihren Fuessen.
Was ich auch noch feststellen muþ, ist das sie Nachts Hustenanfaelle bekommt,teilweise auch mit wuergen.Vielleicht durch verschluckte Haare??
mit freundlichen Gruessen

Reiner Tabbert

Lieber Herr Tabbert
danke fuer die Anfrage.
Wenn sich eine Katze ganz ploetzlich am Ruecken leckt, beisst sie etwas. Am ehesten kommen da Floehe in Frage. Es genuegt ein einzelnes Tierchen, um die Katze zu plagen. Kaemmen sie mit einem feinen Kamm die Katze am Ruecken. Wenn kleine schwarze Kluempchen am Kamm haengen bleiben, handelt es sich um Flohdreck. Mit einem Flohhalsband oder Flohpuder koennen sie rasch die Floehe von der Katze wegbringen.
Auch eine Katze, die stets drinnen ist, kann einen Floh kriegen, wenn mal jemand mit einem Hund zu Besuch kommt.
Das naechtliche Husten kann viele Ursachen haben. Verschluckte Haare wuerde die Katze auch ab und zu erbrechen. Vielleicht hustet sie aber auch, weil sie in einer rauchgeschwaengerten Umgebung ist. Wenn sie jede Nacht hustet und wuergt, sollte ihr ein Tierarzt mal in den Rachen schauen. Es kann auch Zahnstein sein (bei den Katzen sehr haeufig), der mal entfernt werden sollte.
mit freundlichen Gruessen
Ihr Dr.Cato

Date: Tue, 16 Jul 1996
From: Robert Ritler.

Lieber Doc
Wir haben vor 3 Wochen ein 9 Wochen altes Kaetzchen von einem Bauernhof erhalten. Wir waren mit ihr bereits beim Tierarzt fuer eine Generaluntersuchung und die noetigen Impfungen und alles scheint in Ordnung zu sein. Das Kaetzchen hat von Anfang an das Kistchen fuer sein Geschaeft benuetzt (es kann nicht aus der Wohnung).
Es gibt jedoch ein kleines Problem. Nachdem sie im Kistchen war streift sie ihr Hintern am Boden ab (ausser wenn sie nur uriniert hat). Dazu setzt sie sich normal auf Ihren Hintern und zieht sich dann mit den Vorderpfoetchen vorwaerts. Das wiederholt sie dann zwei- bis dreimal, wobei sie sich dazwischen normal abschleckt. Zuerst dachten wir, dass sie ev. Wuermer hat und es sie dadurch beisst. Wir haben jedoch eine Wurmkur durchgefuehrt, die leider nicht viel genuetzt hat. Ich moechte Sie nun fragen, ob Ihnen schon mal ein aehnliches Verhalten einer Katze begegnet ist und was wir am Besten dagegen tun. Ich danke Ihnen fuer Ihre Hilfe.

Robert Ritler


Lieber Herr Ritler,
danke fuer die Anfrage.
Bei ihrer Katze kommen drei Dinge in Frage, wenn sie auf dem Hintern "schlittenfaehrt". In erster Linie muss man immer an einen Wurmbefall denken, obwohl die Katze schon beim Tierarzt war und entwurmt wurde. Aber junge Katzen kann man noch nicht mit einer kombinierten Wurmkur (Lopatol) behandeln; vielleicht braucht ie noch eine ergaenzende Wurmkur. Ausserdem sollte man die Kur nach 14 Tagen wiederholen. Es ist also moeglich, dass deine Katze zum Zeitpunkt das Anfrage noch unter Wurmbefall litt.
Eine weitere Ursache koennen verstopfte Afterdruesen darstellen. Viele Katzen leiden darunter. Normalerweise werden die Afterdruesen bei jedem Stuhlgang entleert, aber wenn sie verstopft sind, leidet die Katze unter starkem Juckreiz, den sie durch "Schlittenfahren" auf dem Hintern zu lindern versucht. Der Tierarzt kann der Katze im gegebenen Fall die Afterdruesen ausmassieren.
Oft haben Katzen, die Milch trinken, Durchfall und "streichen" sich nach dem Besuch der Katzentoilette den Hintern am Boden ab. In diesem Fall verschwindet das Problem, wenn sie der Katze keine Milch mehr zu trinken geben.
Milch wird wegen dem hohen Gehalt an Milchzucker nicht gut vertragen. Besser ist verduennter Kaffeerahm, aber eine ausgewachsene Katze braucht nur Wasser.

mit freundlichen Gruessen

Ihr Dr.Cato

14.Juli 1996
Sehr geehrter Dr.Cato,
Ich habe ein Siebenschlaeferbaby gefunden. Was fressen Siebenschlaefer?? Zur Zeit fuettere ich Katzenaufzuchtmilch.Dies geht leidlich mit der Pipette.Reicht dies?
Fuer eine Antwort waere ich Ihnen sehr dankbar.
Mit freundlichen Gruessen

Franz Deckarm


Sehr geehrter Herr Deckarm
vielen Dank fuer die Anfrage.
Siebenschlaefer sind Allesfreser. Sie leben auf Baeumen und ernaehren sich mit Vorliebe von Fruechten und Nuessen. Sie verabscheuen auch Fleisch nicht. Katzenaufzuchtmilch ist nicht falsch, besser waere aber menschliche Bebemilch, da Katzen als Fleischfresser (besser gesagt:Beutetierfresser) eine andere Zusammensetzung in der Aufzuchtmilch haben. Der menschliche Menuplan entspricht eher dem eines Siebenschlaefers.
Als Wildtier darf ein Siebenschlaefer nicht in Gefangenschaft gehalten werden. Sobald er wieder gesund ist, sollte man ihm die Freiheit wiedergeben.
Ich hoffe, dass Sie mit der Aufzucht des Siebenschlaefers Erfolg hatten !
Ihr Dr.Cato
23.6.1996 Sehr geehrter Doc. Wir haben eine Perserkatze vor der entgültigen Verwahrlosung gerettet.
Das Tier ist jetzt 5 Jahre alt . Geschlecht weiblich.
Wir haben schon eine Hauskatze und wuuml;rden Sie bitten, mir einen Ratschlag zu geben wie wir die zwei Katzen aneinander gewöhnen.
Momemtan ist die Perserkatze Mieze sehr eingeschüchtert von der anderen Katze und lässt sich kaum blicken.
M


Sehr geehrte Katzenfreundin, sehr geehrter Katzenfreund
Vielen Dank fuer Ihre Anfrage.
Das Problem ist nicht so einfach zu lösen.
Hier ein Auszug aus einer Pro-Büsi-Broschüre, in der auf dieses Problem eingegangen wird:

"Wie gewöhne ich zwei Katzen aneinander?"
...Wenn eine anfangs allein gehaltene Katze nach einer gewissen Zeit mit einem Kollegen beschert wird, so kann es während der Angewöhnungsphase je nach Charakter der Tiere Probleme geben, und es braucht von seiten des Katzenhalters oft wochenlang Geduld, diese zu überwinden.
Die Katze ist ein Einzeltier, das sich nicht ohne weiteres mit einem Artgenossen befreunden kann. Wird sie mit einer anderen Katze konfrontiert, sollte sie stets eine Fluchtmöglichkeit haben.
Auch darf man ihre Annäherungsversuche nicht erzwingen wollen. Es ist normal, wenn sie den Neuankömmling zuerst anfaucht (was auch die andere Katze wahrscheinlich tun wird). Am besten beobachtet man die Tiere aus diskreter Ferne, da sie sich anders verhalten, wenn sie sich ungestoert fühlen."


Wichtig ist, dass man ob der Sorge für die neue Katze nicht vergisst, der alten genügend Aufmerksamkeit zu schenken. Sie kann sehr eifersüchtig werden.
Schliessen Sie die alte Katze auf keine Art und Weise aus. Am besten füttern Sie beide Katzen separat. Stellen sie für die neue Katze ein eigenes Katzen-WC bereit.
Beide Katzen müssen sich jederzeit auf je eigene, ungestörte Plätzchen zurückziehen können, sei es unter einem Bett, oder (bei Katzen sehr beliebt!) auf einem erhöhten Platz.
Es gibt Katzen, die alleine glücklicher sind als in Gesellschaft. Sie werden scheu, kommen beim Fressen zu kurz und verstecken sich oft noch nach Wochen. Dann sollten Sie die neue Katze wieder weggeben.

Mit freundlichen Grüssen

Ihr Dr.CATO

P.S. Es würde mich freuen, zu hören, wie es mit Ihren beiden Katzen geht.

21.6.1996

Sehr geehrter Herr Dr. CATO,
wir besitzen zwei Kater, welche auch Freigänger sind.
Sie sind vierfach geimpft, nur zur FIP-Impfung bin ich noch unschlüssig. Man hört dass die Impfung nur einen sehr geringen Teil der Viren abdeckt. Somit also nicht zuverlässig vor FIP schützt.
Ist der Impfstoff (welcher Impfstoff?) wirksam oder nicht?
Und wie gross ist die Ansteckungsgefahr durch andere Katzen denen wir durchaus häufig begegnen. Vor allem auch im Auslandsurlaub., bei dem wir unsere Katzen immer mitnehmen.
Wie gross ist die Durchseuchung in Deutschland bzw im europäischen Ausland?
Gibt es Forschungsberichte zu dieser Katzenkrankheit im Internet nachzulesen? Mit freundlichen Grüssen

E K & S L



Sehr geehrte Frau Löschke, sehr geehrter Herr Kirschner
Hier die Antwort unseres Tierarztes Cato:

Man kann das FIP-Problem von zwei Seiten angehen: von der wissenschaftlichen und von der praktischen.
Ich bin fürs Praktische. Jede neue Katzenkrankheit hat eine hysterische Komponente. Trotzdem bin ich ein Anhänger der Schutzimppfung, auch wenn sie keinen absoluten Schutz bietet.
Der Grad der Durchseuchung scheint regional und zeitlich stark zu schwanken. Wie bei anderen Infektionskrankheiten bewegen sich die Angaben der Impstoffhersteller eher an der oberen Grenze, für gewisse Regionen sind sie eindeutig zu hoch.
Allgemein gilt: Je mehr Katzen pro Quadratmeter, desto höher die Ansteckungsgefahr.
Katzenzuchten und Tierheime sind klassische Beispiele hoher Risiokostufen. Aber auch auf dem Land gibt es viele infizierte Katzengruppen.
In der Schweiz steht der Impfstoff PRIMUCELL FIP zur Verfügung (Dr. E. Graeub, Bern).
Damit habe ich schon viele Katzen geimpft, soweit ich bis heute feststellen kann mit Erfolg.
Für die neuesten Forschungsergebnisse ist in der Schweiz das Kantonale Tierspital Zürich (Prof. Dr. H.Lutz) zuständig.
Mit freundlichen Grü;ssen

Ihr Dr.CATO

Sehr geehrter Herr Dr. CATO,

vielen Dank fur Ihre prompte Antwort. Dann werden wir unsere Kater schnellstens gegen FIP impfen lassen. Soviel zur Praxis. Über diese Fragen sind wir auch zu einigen anderen interessanten Internet Seiten vorgestossen, die wir uns demnächst "reinziehen" werden. Aber das ist die Theorie und die hat Zeit...
Wir werden uns vertrauensvoll wieder an Sie wenden, wenn wir ein Problem haben.
mit freundlichen Grüssen:

Edi +Bina +Igor Kater+Maoui Kater


13.6.96

Eigentlich mag ich ja doch Katzen,... Nur die Menge der Katzen unseres Nachbarn samt Ihren Exkrementen in unserem Garten geht mir langsam auf die Nerven. Gibt es irgenwelche Mittel/Duftstoffe/Kräuter/Sperren, um die Tiere einen grossen Bogen um unseren Ziergarten machen zu lassen und ihnen dennoch den nötigen Auslauf zu gewähren??

Helmut Hagenah


Sehr geehrter Herr Hagenah,
vielen Dank für Ihre Anfrage. Leider ist das Problem der Katzen in Ziergärten so alt wie der Ziergarten selbst. Die Katzen fühlen sich fast unwiderstehlich angezogen, ihr Geschäft in des Nachbarn Garten zu verrichten.
Wenn Ihr Ziergarten nicht allzu gross ist (ca.5 Quadratmeter), könnte man ihn mit einem weitmaschigen Hühnergitter abdecken. Die Pflanzen wachsen dann zwischen den Drähten durch, und die Katzen können nicht mehr scharren. Bei einem grösseren Garten kann man nur noch einzelne Stellen mit Maschendraht abdecken. Vielleicht dort, wo die Katzen besonders gern hingehen. Oft genügt es, wenn man die heimgesuchten Stellen nur eine Weile lang abdeckt, damit die Katzen nicht zurückkehren.
Aber sicher ist diese Methode leider auch nicht. (Das sicherste ist fast noch, eine eigene Katze im Garten zu halten, die dann automatisch ihr eigenes Revier verteidigt und sauberhält.)
Erwischt man Katzen in flagranti, so kann man sie mit einem lauten Geräusch oder mit Wasser erschrecken. Vielleicht bleiben sie dann eine zeitlang fern.
Nützliche Pflanzen gegen Katzen sind mir keine bekannt.
Mit freundlichen Grüssen

Ihr Doktor CATO

10.6.96
Sehr geehrter Dr. CATO,
was mich interessieren würde ist, welches Futter für unseren kastrierten Kater am besten ist.
Er frisst sehr gern Trockenfutter. Hin und wieder auch Futter aus der Büchse.
Ist es nun an dem, dass im Trockenfutter alles Wichtige enthalten ist, oder sollte man sich ausschliesslich auf Futter aus der Büchse, bzw. Weichfutter beschränken.

Andreas Lange


Sehr geehrter Herr Lange,
Vielen Dank für Ihre Anfrage. Sie brauchen sich keine Gedanken zu machen, dass Sie ihren Kater falsch ernähren. Trockenfutter stellt eine vollwertige Nahrung dar. Allerdings ist es sehr wichtig, dass die Katze genügend trinkt. Stellen Sie ihr also stets frisches Trinkwasser (keine Milch) hin.
Auch meine Katze frisst nur Trockenfutter (IAMS), und sie gedeiht bestens. Ab und zu Hühnerhals frisst sie gern (und spielt auch gern damit).
Mit freundlichen Grüssen

Ihr Dr. CATO


6.6.96
Hallo, ich würde gerne wissen, wielange ich meine 2 Katzen am Tag unbesorgt alleine lassen kann. Es sind reine Wohnungskatzen und ich bin mindestens 12 Stunden ausser Haus, dann zu Hause zum füttern und und dann oft nochmals beruflich ausser Haus. Die effiktive Zeit die ich mit Ihnen verbringe beträgt ca. 30 Minuten am Tag.
Bitte teilen sie mir mit, ob die Katzen dadurch Schaden nehmen können. Mit freundlichen Grüssen
Ulla Haug


Liebe Ulla,
danke für Ihre Anfrage.
Sie ist nicht so leicht zu beantworten, wenn man das Problem nur flüchtig studiert. Auf den ersten Blick ist es jedoch eindeutig zu wenig, wenn man im Tag nur 30 Minuten Zeit hat für seine Katzen, zudem es sich bei Ihrem Fall um Wohnungskatzen handelt.
Aber da spielen verschiedene Aspekte auch eine wichtige Rolle:
Die Grösse der Wohnung, das Alter der Katzen, ihr Verhältnis zueinander und ihre körperliche Entwicklung.
Katzen reagieren sehr schnell auf seelische Vernachlässigung - wenn ihnen also irgendetwas nicht passt, werden sie es Sie schnell wissen lassen. Sei es, dass sie trotz sauberer Katzenkiste unsauber werden, oder das Futter verweigern, oder apathisch herumliegen. Sind ihre Katzen jedoch wohlgenährt und lebhaft, so ist das an und für sich schon ein positives Zeichen f¸r ihr Wohlergehen.
Allerdings sollten sie Ihren Katzen in Ihrer Abwesenheit viele Aussenreize ermöglichen, damit es ihnen nicht langweilig wird. Ein Balkon zum Tummeln, ein grosses Fenster zum Rausschauen, vielleicht auch einmal ein Radio, dass noch läuft.
Dies alles ist zwar kein Ersatz für die menschliche Gesellschaft, und vielleicht finden Sie jemanden, der in Ihrer Abwesenheit kurz zu den Katzen reinschaut und sie streichelt und mit ihnen spricht. Denn die Katze ist ein sehr sensibles Tier, dass die Gesellschaft des Menschen vermisst und auch Langeweile empfinden kann. Wenn man ein Teir immer so lange alleine lässt, ist es geplagt.
Mit freundlichen Grüssen

Ihr Tierarzt Cato

27.5.96
Sehr geehrter Dr.CATO, unser ansonsten sehr lieber Kater CARLO hat lediglich eine Macke, die wir ihm bislang trotz grosser und unterschiedlichster Bemühungen nicht abgewöhnen konnten - er kratzt immer wieder an den Wänden! Glücklicherweise konnten wir bislang immer alles so halbwegs restaurieren, dennoch eine sehr unangenehme Eigenschaft wie wir finden. Seinem Kratzbaum schenkt er leider keine Beachtung, auch lehnt er es strikt ab ins freie zu gehen. Wir haben schon alles (?) probiert, Geruchsstoffe, Wasserpistole, eindringliches "nein, nein, nein" mit anschliessendem Besuch beim Kratzbaum, vor die Tuer setzen, und und und! Was können wir noch versuchen??? Mit freundlichem Gruss
C


Für Carlo gibt es leider kein sicheres Rezept. Helfen könnte:
1. Wenn man CARLO in flagranti erwischt, sofort fuer eine halbe Stunde in den Katzenkorb sperren (nur Katzenkoerbe verwenden, die den Deckel oben haben),
2. Krallenkappen "Soft-paws" vom Tierarzt anbringen lassen
(Lieferant in der Schweiz: Dr. E. Graeub, Bern).
Es geht schmerzlos, ohne Narkose.
Viel Erfolg!
Ihr DR. CATO



Wie kürzt man Katzen die Krallen ?

Im Gegensatz zum Hund kann die Katze ihre Krallen einziehen. Die Krallen werden daher nicht abgenutzt und bleiben sehr scharf. Oft haben sie nadelscharfe Spitzen und bleiben im Teppich hängen, sehr zum Ärger de Besitzer. Das Amputieren der Krallen ist jedoch unnatürlich und in der Schweiz verboten.

Man kann der Katze aber selber die Nägel kürzen, indem man mit einem Nagelclips die Spitzen abschneidet. Dieser Vorgang ist schmerzlos und kommt der Maniküre gleich.
Drückt man mit dem Daumen zwischen die Ballen der Katze und gibt auf der gegenüberliegenden Stelle auf der Oberseite der Pfote mit den Fingern Gegendruck, so streckt sie ihre Krallen heraus und kann sie während des Druckes nicht mehr einziehen. Jetzt kann man die Spitzen gut abschneiden.




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